Etwa 500 Kilo schwere Patientin zur Op nach Indien – Noch keine Airline gefunden

Alfred Domke
Fluggesellschaft gesucht: Dickste Frau der Welt hofft auf rettende OP in Indien
Eine Frau aus Ägypten hat ihr Elternhaus seit 25 Jahren nicht verlassen. Nun soll sie nach Indien geflogen werden, wo ihr eine Operation helfen soll, ihrem extremen Übergewicht entgegenzuwirken. Die 36-Jährige wiegt rund 500 Kilo. Noch wurde keine Fluggesellschaft gefunden, die sie transportieren würde.

Schwerste Frau der Welt
Anfang des Jahres war über die ehemals schwerste Frau der Welt berichtet worden, die rund 80 Prozent ihres ehemaligen Gewichts abgenommen hat, indem sie eine radikale Diätkur durchführte und diverse Operationen über sich ergehen ließ. Auch die aktuell mutmaßlich dickste Frau der Welt soll nun chirurgisch behandelt werden. Allerdings hat sich noch keine Fluggesellschaft gefunden, die die Frau aus ihrem Heimatland Ägypten nach Indien fliegen würde.

Regelmäßige Bewegung und eine konsequente Diät können oft gegen Adipositas helfen. Im Extremfall müssen Betroffenen jedoch operiert werden. So auch eine 500 Kilo schwere Ägypterin. Sie hat jedoch noch keine Fluggesellschaft gefunden, die sie transportieren würde. (Bild: staras/fotolia.com)
Regelmäßige Bewegung und eine konsequente Diät können oft gegen Adipositas helfen. Im Extremfall müssen Betroffenen jedoch operiert werden. So auch eine 500 Kilo schwere Ägypterin. Sie hat jedoch noch keine Fluggesellschaft gefunden, die sie transportieren würde. (Bild: staras/fotolia.com)

„Sie braucht dringende eine Operation“
Die rund 500 Kilogramm schwere Ägypterin Eman Ahmed Abd al-Ati will laut einer Meldung der Nachrichtenagentur APA demnächst nach Indien fliegen, um dort mit einer Operation ihrem Übergewicht entgegenzuwirken.

Der indische Chirurg Dr. Muffazal Lakdawala, der die mutmaßlich dickste Frau der Welt kostenlos operieren will, erklärte: „Sie ist eine Ansammlung von Krankheiten. Sie braucht dringend eine Operation.“

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Noch keine Fluggesellschaft gefunden
Medienberichten zufolge besteht allerdings noch das Problem des Transports. So schreibt etwa „India Today“: „Trotz alledem besteht eine große Herausforderung, die die 36-jährige Ägypterin überwinden muss, um Indien zu erreichen. Und die Herausforderung besteht darin, eine Fluggesellschaft zu finden, die bereit ist, die 500 kg Frau zu transportieren. Es hat sich noch keine Airline gemeldet, weder privat noch kommerziell, die helfen würde, die Patientin nach Mumbai zu bringen.“

Wie es heißt, hat der Arzt jedoch damit begonnen, Spenden für einen Flug zu sammeln.

Zimmer seit 25 Jahren nicht verlassen
Dr. Lakdawala rechnet damit, dass die Frau aus Ägypten für den Eingriff kommende Woche nach Mumbai komme. „Ihre Schwester hat gesagt, dass sie ihr Zimmer seit 25 Jahren nicht verlassen hat“, sagte der Mediziner. „Ich dachte nur „Oh mein Gott, ich muss ihr helfen. Ich werde es kostenlos machen, kein Problem“.“

Laut APA hatte Abd al-Atis Schwester den indischen Arzt vor etwa zwei Wochen dringend um Hilfe gebeten. Das Visum für die Einreise war zunächst zwar verweigert worden, doch als die indische Außenministerin Sushma Swaraj informiert wurde, habe diese persönlich für die Erteilung des Visums gesorgt.

Im Kindesalter wurde Elephantiasis diagnostiziert
Wie die „BBC“ berichtet, habe Eman Ahmed Abd El Aty bereits bei ihrer Geburt fünf Kilogramm auf die Waage gebracht, als Elfjährige habe sie sich schließlich aufgrund ihres Gewichts nur noch krabbelnd fortbewegen können.

Damals erhielt sie die Diagnose „Elephantiasis“. Zudem erlitt sie einen Schlaganfall und wurde bettlägerig. Bei der Ägypterin entwickelten sich diverse Leiden wie Diabetes, Bluthochdruck und Atemaussetzer im Schlaf.

Arzt will sein Bestes geben
Dr. Lakdawala sieht die Diagnose Elephantiasis allerdings kritisch und vermutet vielmehr, dass die Lymphödeme durch Adipositas hervorgerufen werden.

Der Mediziner erläuterte laut „BBC“: „Vermutlich wird Eman Ahmed Abd El Aty insgesamt drei Monate in Mumbai bleiben müssen, bevor sie nach Ägypten zurückkehren kann. Um ihr Gewicht dann aber unter 100 Kilogramm zu bringen, wird es wohl zwei bis drei Jahre dauern.“

Die APA zitierte ihn folgendermaßen: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich zu hundert Prozent sicher bin. Es gibt viele Herausforderungen, aber ich werde mein Bestes versuchen, um ihr zu helfen.“ (ad)