Etwa zehn Monate altes Baby wiegt unfassbare 28 Kilo

Alfred Domke

Zehn Monate altes Baby wiegt 28 Kilo – so viel wie ein Neunjähriger

Ein zehn Monate altes Baby aus Mexiko bringt bereits 28 Kilo auf die Waage. Der Junge wiegt damit so viel, wie für einen Neunjährigen normal wäre. Seine Mutter dachte zunächst, das extreme Übergewicht ihres Sohnes habe mit ihrer „guten Muttermilch“ zu tun. Ärzte warnen, dass das Leben des Kleinen in Gefahr ist.

Immer mehr fettleibige Kinder

Gesundheitsexperten zufolge ist die Anzahl fettleibiger Kinder drastisch gestiegen. Starkes Übergewicht kann eine Vielzahl an Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes nach sich ziehen. Adipositas im Kindes- und Jugendalter sollte daher keinesfalls unterschätzt werden. Eine Mutter aus Mexiko nahm die extreme Gewichtszunahme ihres Sohnes zunächst nicht allzu ernst, sie dachte dies habe mit ihrer „guten Muttermilch“ zu tun.

Ein zehn Monate alter Junge aus Mexiko wiegt bereits 28 Kilo. Noch ist die Ursache für sein extremes Übergewicht unklar. Laut Ärzten ist das Leben des Babys in Gefahr. (Bild: dementevajulia/fotolia.com)

Zehn Monate alter Junge wiegt so viel wie ein Neunjähriger

Der zehn Monate alte Luis Manuel Gonzales wiegt so viel wie ein durchschnittlicher Neunjähriger – 28 Kilo bringt der nicht einmal ein Jahre alte Junge aus Mexiko auf die Waage. Als er geboren wurde, wog er ganz normale 3.600 Gramm, genau wie sein älterer Bruder. Doch ziemlich bald wurde klar, dass Luis anders war. Seine Eltern und Ärzte können seine mysteriöse Gewichtszunahme nicht erklären, berichtet die britische Zeitung „Daily Mail“.

Normales Gewicht bei der Geburt

Bei seiner Geburt habe der Kleine dreieinhalb Kilo gewogen. Mit zwei Monaten brachte Luis bereits zehn Kilo auf die Waage und in den nächsten acht Monaten kamen weitere 18 kg dazu.

Als er etwas mehr als einen Monat alt war, musste er Kleidung tragen, die für Zwei- oder Dreijährige gedacht war.

Luis ermüde schnell und könne sich kaum noch bewegen. „Er läuft nicht und kann nicht mal kriechen“, sagte die 24-jährige Mutter des Jungen, Isabel Pantoja aus dem mexikanischen Bundesstaat Colima.

Sie dachte zunächst, das enorme Wachstum sei auf die Tatsache zurückzuführen, dass sie „gute Muttermilch hatte“.

Doch inzwischen macht sie sich große Sorgen um ihren Sohn. In dem örtlichen Krankenhaus, in das sie ihren Jungen immer wieder brachte, fanden die Ärzte jedoch bislang keine Erklärung für die Fettleibigkeit.

Möglicherweise ist eine genetische Erkrankung für das Übergewicht verantwortlich

Eine der Haupthypothesen ist, dass der Junge eine Krankheit namens Prader-Willi-Syndrom (PWS) haben könnte, eine genetische Erkrankung, bei der Kinder einen unersättlichen Appetit haben.

Laut der Prader-Willi-Syndrom Vereinigung Deutschland e. V. wissen Menschen mit PWS nicht, was „satt sein“ bedeutet.

Betroffene empfinden demnach „kein Sättigungsgefühl, weshalb sie ihr Essverhalten nicht regulieren können. So entwickeln sie einen unstillbaren Appetit“, schreiben die Experten auf ihrer Webseite.

„Lebensgefährliches Übergewicht und entsprechende Sekundärerkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sind mögliche Folgen einer solchen Ess-Sucht“, warnt die Vereinigung.

„Das PWS ist nicht heilbar. Aber man kann die Erkrankung durch eine Vielzahl von Therapien und Maßnahmen in positive Bahnen lenken, z.B. durch den frühzeitigen Einsatz von pädagogisch-psychologischer Unterstützung zur Förderung der psychosozialen Entwicklung“, so die Experten weiter.

Hormon- und Schilddrüsenstörung

Noch ist aber unklar, ob der Junge tatsächlich an PWS leidet. Er muss derzeit viermal pro Woche ins Krankenhaus, um Tests zu machen.

„Es tut weh, zuzusehen, wie die Krankenschwestern unter den Fettwülsten an seinen Armen nach einer Vene suchen“, sagte der Vater Mario Gonzales laut „Daily Mail“.

Doch es gibt Hoffnung. Silvia Orozco, eine auf Ernährung spezialisierte Ärztin, kontaktierte die Familie und untersuchte den Jungen.

Die Medizinerin erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass Leber, Lunge und Herz des Kleinen „verfettet“ seien.

„Sein Leben ist in Gefahr, aber wir hoffen, dass wir ihm helfen können“, so Orozco.

Sie wolle noch die Ergebnisse von Gewebeprobenanalysen in den Vereinigten Staaten abwarten, vermutet aber schon jetzt, dass Luis nicht an PWS, sondern möglicherweise unter einer Hormon- und Schilddrüsenstörung leide, die auf eine Fehlernährung während der Schwangerschaft zurückzuführen sei. Wenn dies der Fall ist, könne der Junge gut behandelt werden. (ad)