Experiment: Frauen viel ehrlicher in Gruppen

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Experiment: Frauen sind in Gruppen ehrlicher

07.04.2015

Ehrlichkeit zählt für die meisten Menschen zu den wichtigsten Charakterzügen. Wer aber lügt mehr? Frauen oder Männer? Ökonomen der Universitäten Regensburg und Hamburg haben dazu ein Experiment durchgeführt und kamen zu überraschenden Ergebnissen.

Männer oder Frauen: Wer lügt öfter?
Frauen sind in Gruppen ehrlicher als Männer: Zu diesem Ergebnis kam ein Experiment von Ökonomen der Universitäten Regensburg und Hamburg. Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge waren sie der Frage nachgegangen, ob Männer oder Frauen häufiger lügen. Wie der Regensburger Wirtschaftsprofessor Andreas Roider in der Dienstagsausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) erklärte, würden gerade in der Politik oder in Unternehmen Entscheidungen oft in Gruppen getroffen. „Bei Frauen verstärkt sich in der Gruppe offensichtlich die Ehrlichkeit, bei Männern das Lügen.“

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Frauen wollen wohl weniger als unehrlich gelten
Den Angaben zufolge sollten bei dem Experiment 228 Studenten alleine oder zu zweit würfeln und bekamen pro Augenzahl einen Euro. Bei der Zahl sechs gab es nichts. Bei der Einzelstudie traten zwar keine nennenswerten Abweichungen auf, doch bei den Teams, in denen einer würfelte und dann gemeinsam das Ergebnis notiert wurde, gab es deutliche Unterschiede. Nach ihren eigenen Angaben hatten die rein männlichen Zweierteams im Schnitt ein Würfelergebnis von 4,0. Die gemischten Gruppen mit je einem Mann und einer Frau meldeten hingegen ein Ergebnis von 3,71 und die reinen Frauenteams gaben als durchschnittliches Ergebnis 2,74 an. Roider erläuterte, dass die reinen Frauengruppen – im Gegensatz zu den Männern – statistisch gesehen nicht gelogen hätten. Der Professor vermutet, dass Frauen wohl eher Angst hätten, entdeckt zu werden und als unehrlich zu gelten.

Ehrlichkeit von Tageszeit abhängig
Ehrlichkeit ist aber offenbar von mehreren Faktoren abhängig, unter anderem auch von der Tageszeit. Dies zeigte eine Studie der zwei US-amerikanischen Forscher Maryam Kouchaki von der Harvard University und Isaac Smith von der University of Utah vor einigen Jahren. Für diese Untersuchung wurden Studenten vor vier Aufgaben gestellt, für die sie jeweils mehr Geld erhielten, wenn sie dabei schummelten. Es stellte sich heraus, dass die Probanden damit morgens deutlich größere moralische Bedenken hatten als am Abend. Demnach scheint sich im Laufe des Tages neben Ermüdungserscheinungen bezüglich der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auch ein Nachlassen des Moralempfindens zu zeigen. (ad)