Experten: Dürfen Babys nicht im Elternbett schlafen?

Gesundheitsexperten raten davon ab, Neugeborene zum Schlafen mit ins Elternbett zu nehmen. Dadurch erhöhe sich das Risiko eines plötzlichen Kindstodes. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Alfred Domke
Ist es gefährlich, wenn Babys im Elternbett schlafen?
Für viele Mütter und Väter ist es selbstverständlich, ihren Nachwuchs mit ins Ehebett zu holen. Doch oft wird davon abgeraten, mit dem Baby in einem Bett zu schlafen, da sich dadurch die Gefahr für den sogenannten plötzlichen Kindstod erhöhen soll. Stimmt das aber wirklich?

Babys nicht mit ins Elternbett nehmen
Paare, die gerade Eltern geworden sind, wollen sich oft in den ersten Wochen voll auf das Baby konzentrieren. Selbst beim Schlafen wird den Kleinen noch zugeguckt. Und das oft auch im Ehebett. Müttern und Vätern wird allerdings meist davon abgeraten, den Nachwuchs mit ins Bett zu nehmen, da dies für das Baby gefährlich werden könnte. Das dem wirklich so ist, zeigt eine Studie, die im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde.

Gesundheitsexperten raten davon ab, Neugeborene zum Schlafen mit ins Elternbett zu nehmen. Dadurch erhöhe sich das Risiko eines plötzlichen Kindstodes. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Gesundheitsexperten raten davon ab, Neugeborene zum Schlafen mit ins Elternbett zu nehmen. Dadurch erhöhe sich das Risiko eines plötzlichen Kindstodes. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

Erhöhte Gefahr für plötzlichen Kindstod
Laut der Untersuchung sollten Babys nicht ins Ehebett, weil sich dadurch die Gefahr eines plötzlichen Kindstodes deutlich erhöht.

Für die Studie hatte das Forscherteam um Robert Carpenter von der London School of Hygiene and Tropical Medicine fünf frühere Studien zu den Ursachen des plötzlichen Kindstodes ausgewertet und kam dabei zu dem Ergebnis „dass 88 Prozent der plötzlichen Kindstode, die während der gemeinsamen Bettruhe aufgetreten sind, nicht eingetreten wären, wenn das Teilen des Bettes vermieden worden wäre“.

Wahrscheinlichkeit stieg um das Dreifache
Die Wissenschaftler nutzen Daten aus einer transeuropäische Untersuchung und vier nationalen Studien aus Schottland, Neuseeland, Irland und Deutschland mit mehr als 1.400 Fällen und verglichen diese mit Kontrollfällen.

Es zeigte sich, dass wenn ein Baby im Elternbett schlief, sich die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Kindstodes selbst im besten Falle – also dann, wenn die Babys gestillt wurden und die Eltern weder Drogen noch Alkohol noch Tabak konsumierten – fast um das Dreifache stieg.

Genaue Ursache noch nicht geklärt
Im schlimmsten Fall, also bei Kindern, die mit der Flasche gefüttert wurden und bei denen beide Eltern Raucher und Alkoholkonsumenten waren, lag das Risiko des plötzlichen Kindstodes sogar 15,6 Mal höher.

Was den Schlaf im gemeinsamen Bett für die Babys so gefährlich macht, ist noch nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird eine Überhitzung der Babys als ein möglicher Grund, vielfach wird aber auch ein erhöhtes Erstickungsrisiko als Ursache für das Risiko des plötzlichen Kindstodes beim Schlafen im Elternbett angebracht.

Risiko des plötzlichen Kindstodes minimieren
Um das Risiko des plötzlichen Kindstodes zu minimieren, der in den meisten Fällen während des Schlafs auftritt, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Kind möglichst in Rückenlage, nicht mit einer Decke, sondern in einem Schlafsack im eigenen Bett schlafen zu legen.

Außerdem sollten Babys ihre Kopfposition wechseln, um Verformungen des Hinterkopfes zu vermeiden.

Das erhöhte Risiko bedeutet allerdings nicht, dass die Kleinen nicht vorübergehend mit ins gemeinsame Bett genommen werden dürften – etwa zum Stillen. Schlafen sollten sie aber besser im eigenen Kinderbett. (ad)

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