Experten: Gesund und umweltschonend grillen – geht das?

Alfred Domke

Tipps und Hinweise: Gesund und umweltfreundlich grillen

Die Grillsaison hat begonnen. Kaum etwas ist bei den Bundesbürgern so beliebt, wie in geselliger Runde Würste, Fleisch, Fisch oder auch Vegetarisches auf den Rost zu legen. Die Gesundheit und Umwelt sollten dabei aber nicht zu kurz kommen. Einige Ratschläge von Experten können hier helfen.


Freizeit draußen genießen

Bei sommerlichen Temperaturen werden am Wochenende in vielen Gärten und Parks die Grills wieder qualmen. Die meisten Deutschen lieben es, ihre Zeit draußen in geselliger Runde zu verbringen und leckeres Essen zu genießen. Darüber, wie es besonders gut vom Grill schmeckt, können sich BBQ-Fans stundenlang austauschen. Seltener werden jedoch Umwelt- und Gesundheitsaspekte angesprochen. Doch solche Themen sind von großer Bedeutung. Einige Tipps und Hinweise von Experten können helfen, gesund und umweltfreundlich zu grillen.

Grillen mit Freunden macht Spaß. Auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte sollten dabei nicht zu kurz kommen. Experten erläutern, worauf hier zu achten ist. (Bild: nd3000/fotolia.com)

An der frischen Luft?

Nur weil man die Zeit draußen verbringt heißt das noch nicht, dass man damit auch an der frischen Luft ist. Denn wie das Umweltbundesamt in einer aktuellen Mitteilung berichtet, belastet Holzkohlen-Qualm die Atemluft am Grill und in der Nachbarschaft mit Feinstaub und Ruß.

Gas- und Elektrogrills seien laut den Experten in diesem Punkt nicht nur gesünder, sondern schonten auch die Umwelt.

„Wer trotzdem bei Holzkohle bleiben möchte, für den sind aus Umweltsicht Produkte mit dem FSC-Siegel eine gute Wahl“, schreibt die Behörde.

„Es garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt und nicht Tropenwald dafür abgeholzt wird – was leider häufig vorkommt. Ein gravierender Faktor, wenn man bedenkt, dass allein im Jahr 2012 schätzungsweise 243.000 Tonnen Grillkohle nach Deutschland importiert wurden.“

Klimaschonend grillen

Wer klimaschonend grillen möchte, sollte insbesondere auf das achten, was auf dem Grill landet.

Denn laut einer Studie des TÜV Rheinland werden fast 95 Prozent der Treibhausgase, die beim Grillen entstehen, durch das Grillgut, beziehungsweise durch dessen Herstellung, Transport und Verkauf, verursacht.

Wer hier mehr auf alternatives Grillen mit Gemüse und Tofu statt auf Fleisch und auf regional erzeugte Bio-Produkte der Saison setzt, verbessert seine Ökobilanz erheblich – und entdeckt so manche kulinarische und gesündere Köstlichkeit!

Zu beachten ist hier, dass man Gemüse wie zum Beispiel Paprika, Pilze oder Lauch besser nach dem Grillen salzen sollte, da es ansonsten zu viel Wasser verliert und dadurch sehr weich wird.

Und vegetarische Fleischersatzprodukte wie Tofuwürstchen sollten besser nicht mitten auf den Grill gelegt werden, da sie hitzeempfindlicher sind.

Krebserregende Stoffe vermeiden

Ganz wichtig bei der Grillfeier: Lassen Sie nichts anbrennen. Denn schwarze Krusten auf Würstchen & Co. enthalten krebserregende Stoffe.

Gesundheitsexperten raten daher dringend davon ab, verkohltes Fleisch zu verzehren.

So schreibt etwa das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf seiner Webseite: „Finger weg von scharf angebratenen Steaks und angekohlten Würstchen.“

Die gefährlichen Substanzen entstehen vor allem, wenn Fett oder Marinade ins Feuer tropfen oder das Grillfleisch mit Bier abgelöscht wird und sich der aufsteigende Rauch auf das Grillgut legt.

Empfehlenswert seien Gas- und Elektrogrills, bei denen das Grillgut nicht direkt mit Flammen in Kontakt kommt.

Vorsicht beim Gebrauch von Aluschalen

Schlecht für die Gesundheit kann es auch sein, wenn man beim Grillen bestimmte Nahrungsmittel in Alu-Grillschalen packt.

So ist laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) der Gebrauch von Aluschalen beim Grillen von Fleisch zwar vertretbar, allerdings sollte Saures und Salziges nicht mit Alu in Kontakt kommen, da das Metall sich unter dem Einfluss von Säure oder Salz lösen und in die Lebensmittel übergehen kann.

„Nach aktuellem Wissensstand kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine zu hohe Aufnahme von Aluminium gesundheitsschädlich ist“, so das Umweltbundesamt.

Der direkte Kontakt von säurehaltigen oder salzigen Speisen wie Tomaten, Schafskäse in Salzlake oder mit Zitronensaft gewürztes Fischfilet, mit Aluminiumfolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichtetem Alu-Geschirr sollte daher besser vermieden werden.

Als Alternative zu den Einwegschalen aus Aluminium bieten sich Schalen aus Edelstahl oder Emaille an, die sich nach Gebrauch ganz einfach in der Spülmaschine reinigen lassen.

Nach dem Grillen

Auch nach dem Grillen sollte an die Umwelt gedacht werden. Holzkohlenasche sollte ausgekühlt im Restmüll landen. Für Garten und Kompost sei sie nicht oder allenfalls in sehr geringen Mengen geeignet.

Denn Schwermetalle aus der Luftverschmutzung, die von den Bäumen aufgenommen wurden, sind in der Asche konzentriert vorhanden und würden sich in Obst und Gemüse wiederfinden.

Laut Umweltbundesamt kommen dazu organische Schadstoffe wie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die bei der unvollständigen Verbrennung im Grill entstehen. Viele von ihnen wirken krebserregend. (ad)