Extrem scharfe Chilischote löste Donnerschlagkopfschmerz aus

Alfred Domke

Extreme Kopfschmerzen: Mann nach Verzehr von Chilis in Notaufnahme

Die Teilnahme an einem Chili-Wettbewerb ist einem Mann aus den USA zum Verhängnis geworden. Der 34-Jährige hatte die „Carolina Reaper“, die schärfste Chilischote der Welt, gegessen und landete daraufhin mit sogenannten „Donnerschlagkopfschmerzen“ in der Notaufnahme.


Gesundheitliche Vor- und Nachteile von scharfem Essen

Experten sind sich nicht einig, ob scharfes Essen der Gesundheit eher dient oder dieser mehr schadet. Zwar kamen wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass scharfe Chilis hohen Blutdruck senken können und aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe wie Capsaicin die relative Lebenserwartung steigern. Viele Menschen bekommen nach dem Genuss von scharf gewürzten Speisen allerdings auch gesundheitliche Beschwerden wie Magenprobleme, Sodbrennen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Und im Extremfall kann der Verzehr von Chilischoten Menschen auch ins Krankenhaus bringen, wie ein Fall aus den USA zeigt.

„Carolina Reaper“ ist die schärfste Chilischote der Welt. Der Verzehr einer solchen Schote brachte einen Mann aus den USA nun in die Klinik. Er litt an sogenannten „Donnerschlagkopfschmerzen“. (Bild: Lui/fotolia.com)

Schärfste Chilischote der Welt

Zwar kann man damit rechnen, dass sich nach dem Essen von scharfen Chilis Beschwerden wie ein Brennen im Mund einstellen oder einem auch Tränen in die Augen steigen, doch dass die Schoten verantwortlich dafür sein können, dass man in der Notaufnahme landet, ist dann doch sehr ungewöhnlich.

Allerdings ist genau das einem 34-jährigen Mann in den USA widerfahren. Er nahm an einem Chili-Wettbewerb teil und musste sich nach dem Verzehr einer ganzen „Carolina Reaper“ – laut Experten die schärfste Chilischote der Welt – mit extremen Kopfschmerzen in ein Krankenhaus begeben.

Die Ärzte des Bassett Medical Center in Cooperstown (US-Bundesstaat New York), stellten fest, dass der Mann an sogenanntem „Donnerschlagkopfschmerz“, manchmal auch als „Vernichtungskopfschmerz“ bezeichnet, litt.

Arterienverengung im Gehirn

Laut einem Bericht der „New York Times“ begannen die Schmerzen im Kopf und Nacken zwar bereits unmittelbar nach dem Verzehr der Schote, gingen dann jedoch wieder vorbei.

Allerdings tauchten die Beschwerden in den darauffolgenden Tagen erneut mit starker Heftigkeit auf, weshalb der Mann ärztliche Hilfe suchte.

Die Mediziner um Satish Kumar Boddhula berichten in der Fachzeitschrift „BMJ Case Reports“, dass sie nach einer Computertomographie die Extrem-Kopfschmerzen als Folge des sogenannten Reversiblen Cerebralen Vasokonstriktionssyndroms (RCVS) diagnostizierten.

Wie es auf dem Portal „Medical Xpress“ heißt, ist RCVS durch eine vorübergehende Verengung bestimmter Arterienbereiche im Gehirn, oft begleitet von „Donnerschlagkopfschmerzen“, gekennzeichnet.

Den Studienautoren zufolge kann nicht immer eine offensichtliche Ursache festgestellt werden. Häufig kann es als Reaktion auf bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente oder nach Einnahme von illegalen Drogen auftreten.

Erster Fall der mit dem Verzehr von Chili in Verbindung gebracht wird

Laut Dr. Kulothungan Gunasekaran, einer der Autoren des Berichts, muss der Mann aus irgendeinem Grund besonders empfindlich auf Capsaicin gewesen sein. Der Patient erholte sich aber gut.

Er hatte keine weiteren Schmerzattacken. Fünf Wochen nach dem Vorfall zeigte sich auf einer weiteren Aufnahme der Hirn-Blutgefäße, dass die Verengungen verschwunden waren.

Dies ist der erste Fall, der mit dem Essen von Chilischoten in Verbindung gebracht wird, erklären die Autoren.

Sie verweisen jedoch darauf, dass der Verzehr von Cayennepfeffer bereits mit einer plötzlichen Verengung der Herzkranzgefäße und Herzinfarkten in Verbindung gebracht wurde.

Bei schlagartig einsetzenden intensiven Kopfschmerzen schnell zum Arzt

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) wies in der Vergangenheit darauf hin, dass schlagartig einsetzende intensive Kopfschmerzen schnellstmöglich differentialdiagnostisch abgeklärt werden sollten.

„Als Faustregel gilt, bei stärksten Vernichtungskopfschmerzen – „Kopfschmerz wie noch nie“ -, unbekannten, schweren oder ungewöhnlich lang anhaltenden Kopfschmerzen oder bei Auftreten von zusätzlichen neurologischen Symptomen z.B. Nackensteifigkeit, Bewusstseinsminderung, Halbseitenlähmung oder Taubheitsgefühlen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden“, schreiben die Experten in einer älteren Mitteilung.

Der Mediziner könne möglicherweise potentiell lebensgefährliche Ursachen erkennen oder ausschließen. (ad)