Facebook startet Portal gegen Mobbing

Heilpraxisnet

Kampagne gegen Cybermobbing liefert Infos und Unterstützung

22.05.2014

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind vom sogenannten „Cybermobbing“ betroffen, indem sie im Internet ignoriert, beleidigt, beschimpft oder bedroht werden. Die Gefahr dabei ist nicht zu unterschätzen, denn die vermeintliche Anonymität im Netz scheint bei vielen Jugendlichen die Hemmschwelle für böswillige Aktivitäten zu senken. Um über das Thema „Mobbing im Internet“ zu informieren und Betroffenen Unterstützung bieten zu können, hat das soziale Netzwerk „Facebook“ nun sein neues Portal "Mobbing stoppen" gestartet.

Vermeintliche Anonymität lässt Hemmschwelle sinken
Regelmäßig werden neue Fälle von Cybermobbing öffentlich, bei denen Kinder und Jugendliche via Internet gedemütigt, gehänselt und verleumdet werden. Die Möglichkeiten in Netz sind dabei vielfältig: Ob E-Mail, Online-Communities, Bloggs, Chatrooms, Video- und Fotoplattformen oder die eigene Website – da sich das Leben junger Menschen heute zu einem Großteil „online“ abspielt, sind potenzielle Opfer leicht zu erreichen. Hinzu kommt die scheinbare Anonymität in der virtuellen Welt, die bei vielen Jugendlichen offenbar dazu führt, dass die Hemmschwelle für Mobbing-Aktivitäten sinkt. Hier wird sich eher als im realen Leben getraut, andere anzugreifen oder zu beleidigen – was schlimme Folgen haben kann und die Grenze zwischen "Spaß" oder kleinen Ärgereien und der Ausübung von Gewalt im Sinne von Mobbing schnell verwischen lässt.

Kooperation mit dem "Yale Center for Emotional Intelligence"
Um über dieses Thema zu informieren und Opfern Hilfe bieten zu können, hat das größte soziale Netzwerk der Welt „Facebook“ nun sein neues Portal „Mobbing stoppen" gestartet. Das Projekt, welches in Kooperation mit dem "Yale Center for Emotional Intelligence" realisiert wurde, soll dabei sowohl jungen Menschen, aber auch deren Eltern und Lehrern als umfassende Informationsquelle dienen und zudem Opfern von Cybermobbing Hilfe und Unterstützung bieten. Zu diesem Zweck finden Interessierte und Betroffene von nun an auf "Mobbing stoppen" zahlreiche Info-Seiten und Hilfestellungen. Konkrete Anleitung gibt beispielsweise ein Maßnahmenkatalog: Hier erhält jeder – ob Opfer, Freund eines Opfers oder möglicher Täter – einen „Leitfaden“ an die Hand, um im jeweiligen Fall entsprechend agieren und reagieren zu können, zudem gibt das Portal Tipps und Anleitung, wie man sich auf Facebook selbst entsprechend schützen kann.

Portal "Mobbing stoppen" bietet Hilfe zur Selbsthilfe
Darüber hinaus helfen Videos zum Thema Konfliktlösung und reale Geschichten von Mobbing-Opfern, sich mit dem Thema Cybermobbing auseinander zu setzen und Strategien und Maßnahmen gegen aggressive Verhaltensweisen und seelische Quälereien zu entwickeln. „Wir leben in einer Welt, in der immer wieder Konflikte aufkommen, ob online oder offline […]. Das Portal zur Vorbeugung von Mobbing ist Teil unseres fortlaufenden Engagements, um vor allem jungen Menschen Sicherheiten und Informationen bieten zu können, mit denen sie auch eigenständig Konflikten begegnen und diese lösen können“, erklärt Arturo Bejar, leitender Ingenieur des Facebook Compassion Research Teams.

„Das Thema Mobbing wird oft nicht ausreichend genug thematisiert“
Hierzulande wird das Projekt des US-amerikanischen Unternehmens durch die Partner Klicksafe, PlayBack Berlin e.V. und die Stiftung Digitale Chancen Facebook unterstützt, auch Bundestagsabgeordnete verschiedener Fraktionen hätten laut einer aktuellen Pressemitteilung von Facebook ihr Engagement zugesagt. „Das Thema Mobbing, sei es nun offline oder online, wird oft nicht ausreichend genug thematisiert – dabei ist es für viele Jugendliche bereits ein schmerzliches Thema. Ich freue mich sehr darüber, dass wir gemeinsam mit Facebook Eltern und Jugendlichen Informationen an die Hand geben, wie man diesem Thema begegnet, wie man sich wehrt und wie man helfen kann“, so Dr. Joachim Kind, Sprecher der Klicksafe-Initiative der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. (nr)

Bild: Angela Parszyk / pixelio.de