Falsche Dosierung während der Schwangerschaft

Sebastian

Schwangere Frauen dosieren Vitamin- und Mineralstoffe oftmals falsch. Das ergab eine Umfragestudie der Technischen Universität München.

17.01.2011

Schwangere Frauen nehmen vermehrt sogenannte Nahrungsergänzungsmittel ein, um das ungeborene Kind mit ausreichend Nährstoffe zu versorgen. Viele Schwangere nehmen allerdings oft Präparate falsch ein, wie eine Münchner Studie ergab. Zum Teil werden die Mittel entweder zu spät eingenommen oder die Dosierungen sind viel zu hoch. Über 90 Prozent der Frauen nahmen während des Schwangerschaftsverlaufs ergänzende Präparate ein.

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97 Prozent der Frauen nehmen Ergänzungsmittel ein
Für die Studie befragte die Technische Universität München (TUM) insgesamt 522 Frauen in der ersten drei Tagen nach der Geburt des Kindes. 97 Prozent der Befragten gaben an, während der Schwangerschaft mindestens ein Ergänzungsmittel eingenommen zu haben. Zwei Drittel der Frauen sagten, sie hätten sogar schon vor der Empfängnis ergänzende Nährstoffmittel zu sich genommen.

Viele dosieren über
Die eingenommenen Dosen unterschieden sich hingegen deutlich. So nahmen die Studienteilnehmerinnen zwischen 0,2 und 5 Milligramm Folsäure pro Tag ein. Von Frauenärzte wird allerdings eine tägliche Einnahmemenge von 0,4 Milligramm empfohlen. Je nach Umständen soll diese Menge an Folsäure bereits vier Wochen vor einer möglichen Schwangerschaft verabreicht werden. Etwa ein Drittel der Frauen hielt sich an diese Empfehlung. Folsäure sollte vor einer Schwangerschaft eingenommen werden, um das Risiko eines Neuralrohrdefektes beim Kind zu mindern.

Zu hohe Dosierungen bei Eisenpräparate
Allgemein zu hoch dosiert wurden Eisenpräparate eingenommen. Hier schwankte die durchschnittliche Einnahmemenge zwischen 4 und 600 Milligramm je Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt allerdings einen Eisen-Verbrauch von etwa 30 Milligramm je Tag, wobei darauf zu achten ist, dass Eisen auch durch Lebensmittel zugeführt wird. Ein besonders hoher Eisenanteil ist in Fisch, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und vielen Gemüsesorten vorhanden. Ein Bluttest beim Frauenarzt kann ermitteln, ob ein zusätzlicher Bedarf an Eisen gegeben ist. Ist die Eisen-Dosis zu hoch, kann das Ungeborene sogar gesundheitlich geschädigt werden, wie die Forscher aus München warnten. Drei Viertel der Frauen nahmen auch Magnesium-Mittel ein. Hier allerdings, so die Wissenschaftler, sei ein medizinischer Nutzen für Kind und Mutter nicht erwiesen. (sb)