Fast-Food: New York kämpft gegen salziges Essen an

Sebastian
In der Weltmetropole New York können Restaurant-Besucher zukünftig genau erkennen, in welchen Gerichten sich besonders viel Salz versteckt. Denn seit dem 1. Dezember sind einige der großen Ketten dazu verpflichtet, Gerichte mit einem Salzgehalt von mehr als 2,3 Milligramm zu kennzeichnen. Damit ist das Salz nach Transfetten und Kalorien der dritte Bereich, der stärker kontrolliert werden soll, um eine gesunde Ernährung der New Yorker Bevölkerung zu fördern.
Kennzeichnung durch Salzstreuer auf der Speisekarte
Seit dem ersten Dezember sagt die Ostküstenmetropole New York zu stark gesalzenen Nahrungsmitteln den Kampf an. Wie die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtet, seien von nun an alle Restaurant-Ketten in der Stadt, die mehr als 15 Filialen in den USA betreiben, dazu verpflichtet, stark gesalzene Speisen mit einem schwarz-weißen Salzstreuer auf der Speisekarte kenntlich zu machen. Die Regelung beziehe sich dabei auf Gerichte, die mehr als etwa einen Teelöffel (ca. 2,3 mg) des lebenswichtigen Mineralstoffs enthalten – denn dabei handelt es sich um die derzeit empfohlene Tageshöchstmenge für einen Erwachsenen.

Adipositas, Diabtes, früher Tod: New York kämpft gegen zu viel Salz und Fett. Bild: Tijana - fotolia
Adipositas, Diabtes, früher Tod: New York kämpft gegen zu viel Salz und Fett. Bild: Tijana – fotolia

Wer mehr Salz aufnimmt, riskiert hingegen gesundheitliche Schädigungen wie z.B. Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Zudem zeigten Berliner Forscher kürzlich auf, dass ein zu hoher Salzkonsum dem Immunsystems schaden kann.

Symbole sollen Menü-Auswahl erleichtern
„Das ist etwas, was wir kontrollieren können. Und wir haben wirklich das Gefühl, dass diese Symbole den Verbrauchern helfen können, leichter Entscheidungen über die Salzmenge in ihrem Gericht treffen zu können“, so Sonia Angell von der örtlichen Gesundheitsbehörde gegenüber dem „Guardian“. Restaurants, die sich nicht an die neue Regelung halten, müssten laut Angell ab dem 1. März kommenden Jahres mit einem Bußgeld in Höhe von 200 Dollar (189 Euro) rechnen. Da die Kennzeichnungsvorgabe nur für große Ketten gilt, sind allerdings nur wenige New Yorker Lokale betroffen.

„Wir sind nicht die Nahrungsmittelpolizei. Wir können ihnen nicht sagen, was zu tun ist „, sagte Zane Tankel von der Restaurantkette Applebee’s, die bereits Anfang November die Salz-Streuer Symbole in ihre Menükarten aufgenommen hatten. „Aber ich denke, es ist wichtig, dass wir ihnen die Möglichkeit geben, die richtigen Entscheidungen oder die falschen Entscheidungen zu treffen, bei dem was sie wählen“, so Tankel weiter.

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Transfette schon seit 2006 verboten
Die Salz-Kennzeichnung ist jedoch nicht die erste Regel, die in New York zum Schutze der Gesundheit der Bevölkerung aufgestellt wird. Schon 2006 wurden auf Initiative des ehemaligen Bürgermeisters Michael Bloomberg so genannte „Transfette“ in Restaurant- und Café-Ketten verboten, welche unter anderem in Fast-Food erhalten sind. Die industriell veränderten Fette sind günstig und erhöhen die Haltbarkeit von Lebensmitteln – sind aber für unsere Körper sehr schädlich. Denn sie erhöhen im Gegensatz zu anderen Nahrungsfetten den „schlechten“ LDL-Cholesterinspiegel und senken gleichzeitig den „guten“ HDL-Cholesterinspiegel. In der Folge steigt unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

2008 führte New York zudem als erste Stadt in den USA die Angabe des Kaloriengehalts der Gerichte in Restaurantketten ein – eine Regelung, die ab Dezember 2016 nach einem Beschluss der US-Gesundheitsbehörde im ganzen Land gelten soll. Weniger Erfolg zeigte hingegen im Jahr 2013 der Versuch des ehemaligen Bürgermeisters Bloomberg, den Verkauf von „XXL-Softdrinks“ zu stoppen. (nr)