Fast hundert Dorfbewohner mit HIV-Infiziert

Heilpraxisnet

Dorf in Kambodscha mit HIV-Masseninfektionen

21.12.2014

Nachdem rund 90 Dorfbewohner der Gemeinde Roka in Kambodscha positiv auf HIV getestet wurden, hat die Dorfgemeinschaft ein regelrechte Panik erfasst. Mehr als zehn Prozent der bisher durchgeführten Tests fielen positiv aus, berichtet die Zeitung „Cambodia Daily“ unter Berufung auf das Pasteur-Institut in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh.

Die HIV-Masseninfektion in der Gemeinde Roka war Anfang Dezember bekannt geworden, nachdem in ersten Tests 110 von insgesamt 800 Proben einen Verdacht auf HIV ergaben. In Weiteren Untersuchungen der Blutproben wurden 89 HIV-Infektionen eindeutig bestätigt. „Gestern erhielten wir etwa 90 Proben und bestätigten alle diese Proben, aber wahrscheinlich werden heute oder morgen noch ein paar Proben eintreffen, zitiert „Cambodia Daily“ den Direktor des Pasteur-Instituts, Dr. Didier Fontenille.

Behörden um Aufklärung bemüht
Der Direktor des „Center for HIV/AIDS, Dermatology und STD“ am Gesundheitsministerium wird in der kambodschanischen Tageszeitung mit der Aussage zitiert, dass bislang keine Aktualisierung der Infektionszahlen möglich sei. Seine Mitarbeiter seien noch mit dem Sammeln von Informationen und Befragungen der Dorfbewohnern beschäftigt, um die Quelle des Virus zu bestimmen. Unter Verdacht steht ein örtlicher Arzt, der ohne Lizenz tätig war.

Falscher Arzt unter Verdacht
Der vermeintliche Arzt hatte vielen Dorfbewohnern Injektionen und Infusionen verabreicht, berichtet „Cambodia Daily“. Am Donnerstag erfolgte eine Durchsuchung seiner Räumlichkeiten durch die Polizei. Der Beschuldigte wurde zur Untersuchung in Gewahrsam genommen und soll zu seiner eigenen Sicherheit bis auf Weiteres nicht wieder entlassen werden. Denn die Polizei rechnet mit Gegenreaktionen der wütenden Dorfbewohner. Allerdings sei es verfrüht, die Schuld einer einzelnen Person zuzuweisen, so der Hinweis des operativen Direktors der „Child Protec tion Unit“, einer speziellen Polizeieinheit, die vom kambodschanischen Kinderhilfswerk unterstützt wird und die laut „Cambodia Daily“ an den aktuellen Untersuchungen beteiligt ist. (fp)

Bild: Kai Stachowiak / pixelio.de