Faszien-Wahrnehmung in Öffentlichkeit steigt

Thorsten Fischer

Faszien: Wahrnehmung in Öffentlichkeit steigt.

(03.12.2010) In einer Gesundheitssendung des Ersten Deutschen Fernsehens ARD wurde vor kurzem erstmals über das Bindegewebe unseres Körpers, die Faszien, berichtet. Damit scheint es nach Veröffentlichungen auch in dem Magazin "Men´s Health", weiter bergauf zu gehen für diese lange unterschätzte Struktur, der Experten immer größere Bedeutung bei Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Nackenverspannungen, in unserem Körper zuordnen.

In dem Beitrag kommt der deutsche Rolfer und Faszienexperte Dr. Robert Schleip zu Wort. Er forscht mit Kollegen wie dem Rolfer Dr. Adjo Zorn oder Dr. Werner Klingler an der Ulmer Universität in der Abteilung für Physiologie an Faszien. Im Rahmen ihrer Arbeit veranstalteten die Ulmer Faszienforscher schon im April dieses Jahres den ersten weltweiten Fascia Research Course (Heilpraxisnet berichtete). Vom zweiten bis zum siebten September 2012 plant das Fascia Research Project, eine “Fascia Research Summer School” durchzuführen.

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Dr. Schleip weist in dem Beitrag unter anderem darauf hin, dass Faszien in der muskulären Kraftübertragung eine wichtige Rolle spielen. Man geht mittlerweile davon aus, dass sich die Muskeln bei ihrer Arbeit auf ihrer Hülle, den Faszien, abstützen. Wenn es Probleme in der Struktur der Faszien gibt, so kann es zu Schwierigkeiten in der Funktion der Muskeln kommen. Diese Erkenntnisse durch Forscher wie Dr. Schleip scheinen auch eine Bestätigung für die Thesen des amerikanischen Osteopathen und Notfallmediziners Dr. Stephen Typaldos D.O. zu sein. Typaldos hatte seine Behandlungen von sogenannten Triggerbändern, die ziehende brennende Schmerzen verursachen und mit Schwäche einhergehen, nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) mit den Faszien erklärt. Die neuen Erkenntnisse scheinen ihm recht zu geben, denn scheinbar sorgt die von ihm gefunde Behandlung dafür, dass sich der Muskel wieder auf der Faszie abstützen und richtig funktionieren kann.

Dr. Schleip erklärt weiterhin, dass es sich bei Faszien um ein wichtiges Sinnesorgan für Körperwahrnehmung handle, welches lange unterschätzt worden sei. Manuelle Konzepte und Methoden wie Rolfing, Osteopathie oder das Fasziendistorsionsmodell stellen schon seit längerem die Faszien in den Mittelpunkt ihres Behandlungsansatzes und erkennen in ihnen nicht nur, wie bisher in der Medizin, das trennende, sonder eher das verbindende Element. Durch Medienberichte wie dem jetzigen werden die Faszien wohl weiter in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Faszienexperten wie Dr. Schleip ist dies zu verdanken und auch die Tatsache, dass sich die Sichtweise darauf auch im gängigen Medizinbetrieb ändert. (tf)