Dreijähriges Kind stirbt nachdem er sich Windpocken aufkratzte

Alfred Domke
Windpocken aufgekratzt: Junge (3 Jahre) stirbt an Streptokokken-Infektion
In Großbritannien ist ein dreijähriger Junge gestorben, weil er sich Windpocken aufgekratzt hat. Zunächst war die Rede davon, dass er an einem plötzlichen Kindstod gestorben sei. Nun stellte sich heraus, dass er sich mit Streptokokken infiziert hatte. Die Bakterien sind vermutlich durch das Aufkratzen der Windpocken in den Körper des Kindes gelangt.

Zunächst war vom plötzlichen Kindstod die Rede
Medienberichten zufolge ist in Großbritannien ein dreijähriger Junge gestorben, weil er sich Windpocken aufgekratzt hat. Wie die Zeitung „Mirror“ berichtet, starb Bryan-Andrew bereits am 11. August vergangenen Jahres. Seiner Mutter wurde zunächst mitgeteilt, ihr Sohn sei an einem plötzlichen Kindstod gestorben. Doch mittlerweile wurde aufgedeckt, dass sich das Kleinkind mit Streptokokken des Typs A angesteckt hatte. Die Infektion führte zu einer Blutvergiftung und schließlich zum Tod des Jungen. Seine Mutter warnte nun über die Zeitung andere Eltern, bei Windpocken-Erkrankungen des Nachwuchses besonders wachsam zu sein.

In England ist ein kleiner Junge gestorben, weil er sich Windpocken aufgekratzt hat. Offenbar hatte sich der Dreijährige durch das Aufkratzen eine Streptokokken-Infektion zugezogen, die zu einer Blutvergiftung und schließlich zum Tod des Jungen führte. (Bild: loflo/fotolia.com)

Windpocken zählen zu den häufigsten Kinderkrankheiten
Windpocken zählen zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind äußerst ansteckend. Das typischste Symptom, das auf diese Infektionskrankheit hindeutet, ist ein roter, stark juckender Hautausschlag mit kleinen Knötchen auf der Haut.

Zusätzlich kommt es oft zu Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen.

Man ist zwar sein Leben lang immun dagegen, wenn man sie mal hatte, läuft aber Gefahr, später eine Gürtelrose zu bekommen.

Zwar erkranken auch Erwachsene, doch der Großteil der Patienten sind Kinder. Die Krankheit selbst kann nicht behandelt werden, lediglich die Symptome lassen sich durch Medikamente oder Hausmittel lindern.

Laut Gesundheitsexperten nimmt die Erkrankung bei Kindern meist einen harmlosen Verlauf.

Mutter warnt andere Eltern
Auch die 23-jährige Jasmine S. aus England machte sich zunächst keine große Sorgen, als ihr Sohn an Windpocken erkrankte.

„Mein anderes Kind hatte sie und er war absolut in Ordnung. Er hatte überhaupt keine Probleme“, sagte sie gegenüber dem „Mirror“.

Nach dem tragischen Tod ihres Sohns durch eine Streptokokken-Infektion will sie nun aber andere Eltern warnen: „Wenn dein Kind Windpocken hat, kann es zu einer Infektion kommen“, so Jasmine S.

Impfung gegen Windpocken
Dem Zeitungsbericht zufolge gab die Frau an, dass sie nach einer Post-Mortem-Untersuchung darüber informiert wurde, dass sich der Junge die Streptokokken-Infektion vermutlich zugezogen habe, nachdem er seine Windpocken aufgekratzt hatte.

„Es kommt so selten vor. Ich versuche, mehr Bewusstsein für andere Mütter zu wecken“, sagte die 23-Jährige. „Ich denke, es ist wichtig zu wissen, was passieren kann, auch was man am wenigsten erwartet. Ich dachte, Windpocken sind normal. Jedes Kind bekommt sie.“

Doch für ihren Sohn kam jede Hilfe zu spät: „Der Arzt sagte, dass, selbst wenn wir ihn ins Krankenhaus gebracht hätten und er Antibiotika erhalten hätte, hätte ihm nicht mehr geholfen werden können“, so die Mutter.

Möglicherweise hätte ihm aber eine Impfung helfen können. In Deutschland bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen solche empfohlenen Impfungen.

Verschiedene Experten wie die Stiftung Warentest hatten zwar in der Vergangenheit von der Windpocken-Impfung abgeraten, doch laut dem Robert Koch Institut (RKI) „stellt die Impfung als aktive Immunisierung“ die „beste Vorbeugung einer Varizellen-Infektion“ dar. Das Varicella-Zoster-Virus (VZV) kann neben Windpocken auch Gürtelrose verursachen. (ad)