Fatale Fehldiagnose: Ärzte hielten Knochenkrebs für eine Sportverletzung

Sebastian
Starb 33-Jährige wegen falscher Diagnose? – Knochenkrebs zu spät erkannt
Immer wieder sorgen ärztliche Fehldiagnosen für großes Aufsehen. Man fragt sich dann, wie es dazu kommen konnte, ob es an der Überlastung der Mediziner lag? In manchen Fällen lassen sich falsche Diagnosen wieder korrigieren. Bei einer jungen Engländerin jedoch nicht. Sie starb mit 33 Jahren an Knochenkrebs. Ärzte hielten ihre Beschwerden für eine Sportverletzung.

33-jährige Engländerin stirbt an Knochenkrebs
Ärztliche Fehler können das Leben von Patienten dramatisch verändern. Wenn Mediziner pfuschen fragt man sich oft, ob es an der Überlastung liegt oder am schlampigen Vorgehen. Schlimm ist es, wenn Ärzte ihre Fehler nicht einsehen oder gar vertuschen wollen. Als vor kurzem berichtet wurde, dass ein Arzt in der Schweiz einer Patientin ohne Indikation alle Brüste entfernte, behauptete er zunächst, der Eingriff sei in dieser Art und Weise notwendig gewesen. Erst nach Monaten gab der Gynäkologe den folgenschweren Fehler zu. Kaley Fitzsimmons aus Birmingham starb nun mit 33 Jahren an Knochenkrebs. Ärzte hielten ihre Beschwerden zunächst für die Folgen einer Sportverletzung.

Bild: vladans – fotolia

Knochenkrebs zunächst für „sportliche Überlastung“ gehalten
Die Engländerin musste sich in jüngeren Jahren einer Nierentransplantation unterziehen. Vor knapp zwei Jahren wurde sie erstmals schwanger und brachte ein gesundes Mädchen auf die Welt. Doch ihre Tochter Gracie muss ohne ihre leibliche Mutter aufwachsen. Kaley starb, als ihr Kind erst ein Jahr alt war. Wie das Portal berichtet, bekam die Fitnesstrainerin drei Monate nach der Geburt heftige Schmerzen in ihrem Bein. Ärzte, die die Frau aufsuchte, bezeichneten diese als „sportliche Überlastung“. Die frischgebackene Mutter bekam daraufhin von verschiedenen Medizinern Physiotherapie verschrieben. Doch sieben Monate nachdem ihre Tochter geboren wurde, stellte sich bei einer MRT-Untersuchung heraus, dass Kaley an einem bösartigen Tumor litt. Die Diagnose lautete Osteosarkom, ein aggressiver Knochenkrebs, bei dem es unter anderem zu starken Knochenschmerzen und Hüftschmerzen kommen kann. Sie erhielt eine Chemotherapie und ihr rechtes Bein wurde amputiert. Doch der Kampf gegen den Krebs kam zu spät.

Lebensrettende Maßnahmen kamen zu spät
„Ich fühlte mich abgespeist, denn ich kenne meinen Körper. Ich bin nicht diejenige, die zum Arzt geht, obwohl nichts Ernsthaftes ist. Und ich hatte das Gefühl, dass die ganze Sache nicht ernst genommen wurde“, erklärte Kaley gegenüber „Mail Online“ vor ihrem Tod. Zur Situation nach der Amputation sagte sie: „Für drei Tage konnte ich meinen Körper nicht anschauen, doch letztendlich war ich einfach glücklich, für mein kleines Mädchen am Leben zu sein.“ Die lebensrettende Operation kam jedoch zu spät. Der Krebs hatte sich bei der Patientin, die weiterhin an heftigen Schmerzen litt, mittlerweile ausgebreitet und ihre Lunge befallen. Eine Heilung war nicht mehr möglich. „Hätte ich diese Diagnose rechtzeitig bekommen, hätte meine Behandlung möglicherweise erfolgreich sein können und meine Familie müsste das jetzt nicht durchmachen. Bitte, ich flehe alle Ärzte an, mögliche Alternativen zu berücksichtigen und nicht als nachgeburtliche Beschwerden abzutun, wenn eine frischgebackene Mutter unerwartete Schmerzen aufweist.“ (ad)