Fatale Panne: Polioviren im Fluss gelandet

Heilpraxisnet

Polioviren geraten wegen Panne in einen Fluss

08.09.2014

Wegen einer Panne beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline sind in Belgien Polioviren in einen Fluss gelangt. Das Unternehmen und Behörden teilten zwar mit, dass das Risiko für die Bevölkerung „äußerst gering“ sei, doch von Seiten des Gesundheitsamtes wird dazu geraten, sich vorerst vom Wasser des Flusses fernzuhalten.

Polioviren über Kläranlage in Fluss gelangt
In Belgien hat ein Pharmakonzern versehentlich mit Polioviren belastetes Wasser in eine Kläranlage entsorgt. Die Lösung mit den Erregern gelangte von dort in einen Fluss, wie aus Pressemeldungen hervorgeht. Berichtet wurde, dass die Kläranlage jedoch nicht an die Trinkwasserversorgung angeschlossen ist. Obwohl der Vorfall bereits am vergangenen Dienstag südlich der Haupstadt Brüssel geschah, wurde er erst am Samstag bekannt. Die belgische Nachrichtenagentur Belga teilte mit, dass der Grund ein Fehler beim Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) war.

Vom Wasser des Flusses fernhalten
Demnach habe sich ein Mitarbeiter bei der normalerweise automatischen Reinigung eines Tanks vertan, wie ein GSK-Vertreter gegenüber Belga erklärte. Deshalb seien 45 Liter belastete Flüssigkeit zur Kläranlage geflossen. Die Firma habe die Behörden zwar sofort informiert, doch die folgenden Analysen hätten mehrere Tage gebraucht. Von den Behörden als auch dem Unternehmen werde Belga zufolge betont, dass das Risiko für die Bevölkerung „äußerst gering“ sei. Zum einen seien die Viren nur stark verdünnt in die Umwelt gelangt und zum anderen seien praktisch alle Menschen in Belgien gegen Kinderlähmung geimpft. Trotzdem riet ein Sprecher des Gesundheitsamtes in der belgischen „Le Vif“, sich vorerst vom Wasser des Flusses fernzuhalten.

Polioviren können Kinderlähmung auslösen
Polioviren können Kinderlähmung (Poliomyelitis) auslösen,welche die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks befällt und zu bleibenden Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen kann. Insbesondere Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren und gelegentlich auch ältere Personen bis ins Erwachsenenalter sind von der Infektionskrankheit betroffen. Nach einer bis zu zwei Wochen langen Inkubationszeit kommt es zu einer etwa dreitägigen Erkrankung mit Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, oft Durchfall sowie Übelkeit und Erbrechen. Bei über drei Vierteln der Erkrankten heilt diese sogenannte abortive Poliomyelitis folgenlos aus. (ad)

Bild: Cornelia Menichelli / pixelio.de