Fataler Herpesviren-Infekt: Vater von schwerkrankem Baby mahnt bei Facebook

Für gesunde Erwachsene ist eine Herpesinfektion zwar oft unangenehm aber in der Regel harmlos. Für Neugeborene kann Herpes jedoch zur tödlichen Gefahr werden. (Bild: Ekaterina/fotolia.com)
Alfred Domke
Baby nach Geburt mit Herpes infiziert: Vater warnt auf Facebook
Eine Infektion mit Herpesviren ist für die meisten Menschen zwar unangenehm, aber in der Regel harmlos. Für Neugeborene stellt Herpes aber eine tödliche Gefahr dar. Der Vater eines schwerkranken Jungen hat sich nun mit einem Facebook-Post an die Öffentlichkeit gewandt. Er mahnt andere Eltern zu mehr Vorsicht.

Herpesinfektion für gesunde Erwachsene meist harmlos
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind zwei von drei Menschen mit Herpes infiziert. Bei einigen Infizierten kommt es zu regelmäßigen Ausbrüchen von Herpes im Mund oder auch anderen Hautpartien, wie beispielsweise der Nase. Charakteristisch sind unter anderem die roten, juckenden Bläschen, meist an der Lippe. Andere wiederum leiden nach einer Erstinfektion nie wieder unter Symptomen. Und beim Großteil der Betroffenen bleibt sowohl die Primärinfektion unbemerkt und sie bleiben auch später frei von Symptomen, obwohl das Herpes-Virus lebenslang im Körper bleibt. In manchen Fällen, wie bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder bei Neugeborenen, kann eine Infektion allerdings gefährlich werden. So auch bei dem kleinen John. Der Säugling wurde mit Herpes infiziert und kann nicht mehr geheilt werden.

Für gesunde Erwachsene ist eine Herpesinfektion zwar oft unangenehm aber in der Regel harmlos. Für Neugeborene kann Herpes jedoch zur tödlichen Gefahr werden. (Bild: Ekaterina/fotolia.com)
Für gesunde Erwachsene ist eine Herpesinfektion zwar oft unangenehm aber in der Regel harmlos. Für Neugeborene kann Herpes jedoch zur tödlichen Gefahr werden. (Bild: Ekaterina/fotolia.com)

Der kleine John „wird nie wieder gesund“
Rund zwei Wochen nach der Geburt begann das Kind, Symptome zu zeigen. Als es bei dem Baby zu Unruhe, Überstrecken und Zittern in leichten Schüben kam, machten sich die Eltern zunächst Sorgen, doch „die Hebamme nahm an, dass es sich um eine durch die schnelle Geburt hervorgerufene Blockade handelte“, heißt es in einem Post auf Facebook, den der Vater des Jungen unter dem Usernamen Toto Rockin angelegt hat. Unter einem Schwarz-Weiß-Bild eines Säuglings warnt er vor dem für Kleinkinder extrem gefährlichen Virus. „Für John ist es zu spät. Er wird nie wieder gesund“, schreibt er in dem Eintrag.

Durch Herpesviren verursachte Entzündung des Gehirns
Als sich die Beschwerden des Jungen verschlimmerten, brachten ihn die Eltern ins Krankenhaus. Nach vier Tagen wurde dort die Diagnose gestellt: John leidet laut Medienberichten an Herpes Encephalitis, einer durch Herpesviren verursachten Entzündung des Gehirns. „John hatte irgendwo einen Herpes-Virus abbekommen, welcher durch die noch nicht ausgebildete Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn wandern konnte und dort begann, große Teile des Gehirns zu entzünden und zu zerstören“, berichtet der Vater. Den Angaben zufolge ist der gesundheitliche Zustand des Babys auch nach vier Wochen der Behandlung noch nicht stabil. Das Virus habe große Teile des Gehirns des Kindes geschädigt. „John muss nun alleine kämpfen und niemand kann sagen, ob er es schaffen wird oder ob ihm noch Jahre, Monate, Wochen oder Tage bleiben, bis sein Gehirn versagt.“

Experten raten zu besonderer Vorsicht bei Säuglingen
Ziel des Facebook-Posts, der inzwischen zehntausendfach geteilt wurde, sei es vor den Gefahren des Virus zu warnen. „Herpesbläschen sind potentiell ansteckend. Haltet euch von Babys fern, schaut nicht mal in den Kinderwagen, ihr könntet das Kind anstecken, auch wenn es nicht mehr ganz frisch ist“, so Toto Rockin. Schon ein Kuss für Babys kann tödlich enden, warnen Experten. Auf der Webseite des Berufsverbandes der Kinder- Jugendärzte (BVKJ) heißt es, dass das Virus auch zu Fehlgeburten und -bildungen beim ungeborenen Kind führen kann. Die Experten raten Eltern von Neugeborenen und Säuglingen einen Mundschutz zu tragen, solange sie Lippenherpes haben und sich in der Nähe des Kindes aufhalten. Grundsätzlich sollte eine strenge Hygiene, wie sorgfältige Händereinigung, eingehalten werden. „Bei Lippenbläschen muss die Mutter leider auf das Küssen und Schmusen mit ihrem Kind verzichten“, schreibt der BVKJ. Auch beim Stillen sollten Mütter lieber einen Mundschutz tragen. (ad)

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