Fehlende Zahnhygiene: Löcher in den Zähnen können tödlich sein

Sebastian
Eine Zahnlücken-Studie zeigte die Auswirkungen von Zahnerkrankungen auf das Herz-Kreislauf-System
Wer schlechte Zähne hat, riskiert schlimme Herzerkrankungen, die sogar mit dem Tode enden können. Eine Studie zeigte die Auswirkungen von Zahnerkrankungen auf das Herz-Kreislauf-System. Verantwortlich hierfür sind Bakterien, die zu Entzündungen führen. Nicht nur das Zahnfleisch ist dann betroffen, sondern die Keime können auch über die Blutbahn zum Herz gelangen und dort ebenfalls schwere Erkrankungen auslösen. Daher ist eine richtige Zahnpflege wichtig, um ein gesundes Herz zu erhalten.

In einer schwedischen Studie konnte ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Zähne und dem Vorkommen von Herz-Kreislauferkrankungen belegt werden. Laut Anders Holmlund, dem Autoren der Studie, bestehe bei Menschen mit weniger als zehn eigenen Zähnen ein siebenfach erhöhtes Risiko, an einer Herzerkrankung zu versterben.

Angeschwollenes Zahnfleisch und Zahnausfall sind typische Symptome bei Skorbut. (Bild: irinaorel/fotolia.com)

Für die Studie wurden 7674 Menschen beiderlei Geschlechts, die vor allem an Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis, Gingivitis) litten, über einen Zeitraum von durchschnittlich zwölf Jahren beobachtet. Die Todesursache der in diesem Zeitraum verstorbenen Teilnehmer (Anzahl 629) war dabei von besonderer Bedeutung.

Der medizinische Hintergrund: In der Mundhöhle tummeln sich beim Einzelnen bis zu 150 verschiedene Bakterienarten, insgesamt 700 könnten sich potenziell ansiedeln. Können die Mikroben sich aufgrund von Hygienemangel oder aus anderen Gründen ungehindert ausbreiten, kann es zu entzündlichen Prozessen kommen. Schädliche Ausscheidungsstoffe der Bakterien sowie spezifische Immunreaktionen belasten dann Körper und Herz-Kreislaufsystem. Gelangen die Bakterien gar selbst in die Blutbahn, ist eine Blutvergiftung (Sepsis) zu befürchten.

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Bereits auf der Sanum-Therapie-Tagung in Hannover wies die Zahnärztin Ute Kracke auf die gesundheitlichen Folgeschäden hin. Danach gelte Parodontitis als „zuverlässiger Präindikator für eine stabile koronare Herzkrankheit.“ Weiter seien zu ca. 85% Bakterien der Mundhöhle an der Entstehung von Herzmuskelentzündungen beteiligt. Zusammenhänge mit erhöhtem Fehlgeburtrisiko, Bluthochdruck und dem „Gastritis-Verursacher“ Helicobacter pylori stellte die Zahnärztin als wissenschaftlich bekannte Tatsachen vor. (sb)