Fehlender Impfschutz bei Masern mit Folgen

Heilpraxisnet

Impfschutz trotz Fortschritten lückenhaft

24.05.2014

Der Impfschutz von Kindern in Niedersachsen und Bremen ist trotz erheblicher Fortschritte weiterhin lückenhaft. Zwar würden inzwischen mehr als neun von zehn Kindern die empfohlenen Impfungen bis zur Einschulung erhalten, doch nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) geschieht dies bei Masern oft nicht rechtzeitig und im zur Überwindung der Krankheit nötigen Umfang. Aus Sicht der Experten müssen die Impfquoten bei den Standardimpfungen für Kinder gegen die Infektionskrankheiten Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis B weiterhin verbessert werden.

Impfziel von 95 Prozent
Im Jahr 2012 verfügten fast 93 Prozent der niedersächsischen Erstklässler über einen vollständigen Schutz gegen Masern. Dies geht aus den von der Techniker Krankenkasse (TK) ausgewerteten Daten des RKI hervor. 2006 lag die Quote lediglich bei knapp 82 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jedoch ein Impfziel von 95 Prozent vorgegeben, um die Masern zu besiegen. Eltern wird von der Kasse empfohlen, auf einen rechtzeitigen und vollständigen Impfschutz zu achten. Doch auch bei älteren Menschen gebe es Impflücken, da es in ihrer Kindheit noch keine Impfempfehlung gab.

Viele Erwachsene erkranken an Masern
Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) sagte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa: „Wir empfehlen dringend, sich gegen Masern impfen zu lassen, es handelt sich um eine hochansteckende Krankheit – aber es bleibt in der Entscheidung der Eltern, eine Impfung vorzunehmen.“ 2013 waren 39 Prozent der an Masern Erkrankten über 20 Jahre alt, teilte die TK mit. Und rund neun Prozent waren sogar 40 Jahre oder älter. Bei Erwachsenen würden Masern vielfach erst spät erkannt, da sie immer noch häufig als Kinderkrankheit gelten. „Der Ausbruch letztes Jahr betraf eher junge Erwachsene, deshalb sollten sich alle ab Geburtsjahr 1970 impfen lassen“, so die Ministerin. Es sei wichtig, dass Eltern, die mit ihren Kindern zu Untersuchungen gehen, auch noch einmal prüfen, ob sie selbst ausreichend geimpft sind.

Masern mit schwerwiegenden Komplikationen
Gerade für Erwachsene könnten die Komplikationen schwerwiegend sein. Bei Beginn der Krankheit kommt es neben den typischen roten Hautflecken meist zu Kopfschmerzen, Fieber, einer Bindehautentzündung, sowie Schnupfen und Husten. Manchmal treten zudem zusätzliche Begleiterscheinungen wie einer Mittelohrentzündung, Durchfall, Lungenentzündung oder gar einer Gehirnentzündung auf. Wie der Infektionsschutz-Referent des Ministeriums, Fabian Feil mitteilte, sei ein Grund für einen fehlenden Impfschutz beispielsweise, dass Kinder am vorgesehenen Termin erkrankten und die Impfung dann vergessen werde. Zudem gebe es Eltern, die Impfungen kritisch gegenüber stehen. Diese seien aber in der Minderheit, wie eine 2011 im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vorgenommene Befragung ergab. Demnach hatten 64 Prozent der Eltern keine Vorbehalte gegenüber dem Impfen, 35 Prozent waren skeptisch und nur ein Prozent waren Impfgegner. Man kann sich in Deutschland mittlerweile mit einem Vierfach-Impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken impfen lassen. (ad)

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