Erkältungskrankheiten: So inhaliert man wirkungsvoll

Alfred Domke
Schnupfen und Bronchitis: Wie man richtig inhaliert
Das nasskalte Wetter während den Wintermonaten sorgt für so manch einen Infekt. Medikamente sind meist nicht nötig, in der Regel lassen sich die Beschwerden auch auf natürliche Weise lindern. Inhalieren ist eines der verbreitetsten Hausmittel bei Erkältung. Es hilft aber nur, wenn man weiß, wie es geht.

Erkältungen natürlich bekämpfen
Erkältungskrankheiten sind in der kalten Jahreszeit keine Seltenheit. Für Erwachsene sind zwei bis vier grippale Infekte im Jahr völlig normal. Die Einnahme von Medikamenten ist meist nicht unbedingt nötig. Es stehen auch genügend altbewährte Hausmittel zur Behandlung von Erkältungen zur Verfügung. Eines davon ist das Inhalieren. Es sollte jedoch richtig durchgeführt werden, um gut zu wirken.

Inhalieren ist eines der ältesten Hausmittel gegen Erkältungsbeschwerden. Wer einige Tipps beachtet, kann die Wirkung noch verstärken. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten
Wenn man sich einen Infekt eingefangen hat, sollte man sich auf alle Fälle schonen. Wichtig ist zudem, viel zu trinken. Durch eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme löst sich der hartnäckige Schleim besser und die Sekrete in der Nase werden verdünnt.

Auch Kochdampf-Inhalationen wirken schleimlösend, sekretionsfördernd und entzündungshemmend. Vor allem bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung und Atemwegsinfekten wie Schnupfen, Husten und Bronchitis sind sie zu empfehlen.

Kamillentee statt reines Wasser
Dieses Hausmittel gegen Schnupfen ist ganz einfach anzuwenden. Man hält dabei den Kopf über eine Schüssel mit kochend heißem Wasser und deckt sich und das Dampfbad mit einem großen Handtuch ab. Der aufsteigende Dampf wird dann mindestens zehn Minuten lang eingeatmet.

Verstärken kann man die Wirkung, indem nicht nur reiner Wasserdampf inhaliert wird. So kann man beispielsweise drei Liter heißen Kamillentee mit sechs Esslöffeln Spitzwegerichsaft erhitzen. Kamille wirkt gut gegen Entzündungen und Schnupfen.

Ätherische Öle verstärken die Wirkung
Als Hausmittel gegen eine verstopfte Nase bieten sich zudem ätherische Öle aus Eukalyptus, Latschenkiefer oder Fichtennadeln an. Diese lösen festsitzendes Sekret in den oberen Atemwegen und wirken auch heilsam bei entzündeten Nasennebenhöhlen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Inhalieren mit einer Kochsalzlösung. Dadurch wird die Reinigungsfunktion der Schleimhaut unterstützt. In die Lösung kann man auch getrocknetes Thymiankraut oder Salbeiblätter geben.

Eine mildere Variante ist, einen Zweig von Fichte, Tanne oder Latschenkiefer in einem großen Topf mit Wasser auf dem Herd bei kleinster Stufe köcheln zu lassen, während sich der ätherische Dampf im Raum verteilt und „nebenbei“ eingeatmet wird.

Lieber durch den Mund oder die Nase einatmen?
Bei Erkältungen wird normalerweise zwei- bis dreimal pro Tag für mindestens zehn Minuten inhaliert. Sollen vor allem Beschwerden in der Nase, wie etwa eine Nasenschleimhautentzündung gelindert werden, sollte durch die Nase ein- und wieder ausgeatmet werden.

Wer das Dampfbad jedoch gegen Bronchitis einsetzt, achtet besser darauf, durch den Mund ein- und die Nase auszuatmen, damit der Schleim der oberen Atemwege nicht in die Bronchien transportiert wird.

Wenn beim Inhalieren Schwindel auftritt, unbedingt eine Pause machen und beim Neustart langsamer atmen.

Inhalator, Ultraschallvernebler oder Nasendusche
Neben dem Dampfbad über einer Schüssel gibt es noch weitere Möglichkeiten zum Inhalieren. So setzen manche Menschen auf einen Inhalator, der bis zu 80 Grad warmen Wasserdampf gezielt über Mund und Nase in die oberen Atemwege befördert. Bei dieser Methode werden die Augen nicht durch ätherische Öle gereizt.

Experten zufolge bringt der Inhalator jedoch wenig, wenn man den Schleim der unteren Atemwege lösen will. In diesem Fall bietet sich ein Ultraschall- oder Düsenvernebler an. Mit diesem werden winzige Tröpfchen produziert, welche die Bronchien befeuchten und den Schleim nach oben transportieren.

Nicht zuletzt sollte hier auch die Nasendusche erwähnt werden, die unter anderem bei einer Nasenschleimhautentzündung klare Vorteile hat. So wurden vor wenigen Monaten die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die zeigten, dass diesen Patienten spülen besser helfen kann als inhalieren. (ad)