Fettreicher Fisch beugt Diabetes & Herzleiden vor

Fabian Peters

Fettreicher Fisch beugt Diabetes und Herzerkrankungen vor

28.03.2011

Fetter Fisch schützt vor Diabetes und Herzkrankheiten. Dies haben Forscher des Fred-Hutchinson-Krebszentrums in einer gemeinsamen Studie mit der University of Alaska-Fairbanks herausgefunden.

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Die Ernährung mit fettreichen Fischen wie Lachs oder Sardinen hat einer Studie unter den Ureinwohner Alaskas zufolge eine Diabetes und Herzkrankheiten vorbeugende Wirkung. Forscher des Fred-Hutchinson-Krebszentrums und der University of Alaska-Fairbanks untersuchten im Rahmen ihrer jetzt vorgestellte Studie rund 330 Yup’ik-Eskimos aus einer abgelegenen Region Südwest-Alaskas. Durch ihre besondere Ernährung nehmen die Eskimos rund 20 Mal mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich als der Durchschnitt der US-Bürger.

Omega-3-Fettsäuren schützen vor Diabetes und Herzerkrankungen
Die im wesentlichen auf fettreichen Fischen basierende Ernährung hat den Wissenschaftlern zufolge eine eindeutig vorbeugende Wirkung auf Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Zwar litten rund 70 Prozent der untersuchten Eskimos unter Übergewicht, die häufig in Verbindung mit Übergewicht auftretenden Krankheiten, wie beispielsweise Typ 2 Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden seien jedoch deutlich weniger verbreitet als im Durchschnitt, berichten die Forscher. Der Chefautorin Zeina Makhoul vom Fred-Hutchinson-Krebszentrum zufolge, „sieht (es) so aus, als ob der hohe Konsum von Omega-3-reicher Meereskost die Yup’ik-Eskimos vor einigen der schädlichen Folgen von Übergewicht schützt“. Zum Beispiel seien lediglich 3,3 Prozent der untersuchte Ureinwohnern Alaskas an einer Typ 2 Diabetes erkrankt während von der Gesamtbevölkerung der USA durchschnittlich 7,7 Prozent unter einer Typ 2 Diabetes litten. Außerdem hätten die Untersuchten einen deutlich geringeren Gehalt an Triglyceriden und C-reaktiven Proteinen aufgewiesen, welche als maßgeblich für das Risiko von Herzerkrankungen wie Herzinfarkt gelten. Die Studie mit den Ureinwohner Alaskas habe sich für die Analyse des Zusammenhangs zwischen der Ernährung durch fettreiche Fische und dem Risiko bestimmter Krankheiten besonders geeignet, da die Ernährungsgewohnheiten der Eskimos im wesentlichen auf entsprechenden Fischen basieren und so eine „einzigartige Möglichkeit“ geboten wird, den Zusammenhang zwischen Fisch-Fettsäuren und Krankheiten zu untersuchen, berichten die Forscher.

Fisch als Bestandteil der gesunden Ernährung
Angesichts der immer wieder auftretenden Lebensmittelskandal in der Fleischbranche, erfreut sich Fisch auch in Deutschland wieder einer wachsenden Beliebtheit. Dabei galt Fisch bisher insbesondere aufgrund seines Anteils an hochwertigem Eiweiß von 15 bis 20 Prozent sowie den verschiedenen enthaltenden Mineralstoffen und Vitamine als wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung. Fische können zum Beispiel zum Beispiel die Vitamine D und B12, Kalium, Zink, Fluor und Jod enthalten, wobei der Jodanteil vor allem bei Seefisch besonders hoch ausfällt. Auch die gesundheitsfördernde Wirkung des hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie beispielsweise der Omega-3-Fettsäuren, wurde bereits häufiger untersucht. Den aktuellen Studienergebnissen zufolge scheint diese jedoch weitreichender zu sein als bisher angenommen. Die Omega-3-Fettsäuren tragen nach Ansicht der Forscher zu einer deutlichen Reduzierung des Risikos von bestimmten Krankheiten wie Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Bereits vor der aktuellen Studie waren einige positive Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren wie die Stärkung des Immunsystems, die Senkung des Blutdrucks und die Stimulierung der Stoffwechselvorgänge bei Ernährungswissenschaftler bekannt.

Fettgehalt der Fischarten variiert stark
Allerdings ist der Fettgehalt der verschiedenen Fischarten äußerst unterschiedlich und längst nicht alle Speisefisch, die hierzulande zum Verzehr angeboten werden, enthalten so viel Fett wie die bei den Eskimos üblichen Fisch-Mahlzeiten. Zum Beispiel haben Sardinen, Thunfisch und Lachs einen Fettgehalt von mehr als zehn Prozent, andere Fischarten wie Kabeljau, Hecht, Flussbarsch oder Flunder enthalten jedoch lediglich ein Prozent Fett. Auch ist nicht zu vernachlässigen, dass die Ernährung mit besonders fettreichen Fischarten das Risiko von Übergewicht deutlich erhöht. Allerdings scheinen die positiven gesundheitlichen Eigenschaften der Omega-3-Fettsäuren die gesundheitlichen Nachteile des Übergewichtes auszugleichen oder gar zu übertreffen, wie die Forscher des Fred-Hutchinson-Krebszentrums und der University of Alaska-Fairbanks im Fachjournal „European Journal of Clinical Nutrition“ berichten. (fp)