Fleischkonsum belastet Klima und Gesundheit

Alfred Domke

Fleischatlas 2014: Klimaschutz durch Fleischverzicht

11.01.2014

Die Nachfrage nach Fleisch und Geflügel steigt weltweit steil an. Im Fleischatlas 2014 beschreiben Autoren Begleiterscheinungen dieses Wachstums wie etwa die Auswirkungen auf das weltweite Klima oder die Gesundheit.

Fleischkonsum steigt vor allem in Schwellenländern
Weltweit steigt die Nachfrage nach Fleisch und Geflügel steil an. Wie die Zahlen aus dem jetzt veröffentlichten „Fleischatlas 2014“ verdeutlichen, sinke der Fleischkonsum zwar in Industrieländern wie Deutschland oder den USA leicht, doch in Schwellenländern wie China oder Indien steigt er stark an. Die führt zu dramatischen Auswirkungen auf die globale Versorgung mit Lebensmitteln, denn mittlerweile würden bereits 70 Prozent der Ackerfläche für Tierfutter benötigt. Bis zum Jahr 2050 wird zudem mit einem weiteren 57-prozentigen Anstieg des Fleischkonsums, auf dann 470 Millionen Tonnen jährlich gerechnet.

Deutschland exportiert immer mehr Fleisch
Allein in Deutschland werden pro Jahr 3,2 Millionen Rinder, 58 Millionen Schweine, 627 Millionen Hühner, 25 Millionen Enten und 37 Millionen Puten geschlachtet. Außerdem kommen noch Milliarden Fische und andere Tiere dazu. Auch wenn es hierzulande einen leichten Trend zum Vegetarismus gebe, nütze dies der Umwelt wenig, da aus Deutschland immer mehr Fleisch exportiert werde. Als die größten Fleischesser gelten die Luxemburger, die US-Amerikaner und die Australier.

Vegetarische Ernährung senkt Erkrankungsrisiken
Laut dem Fleischatlas und den Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigte sich zudem, dass Männer doppelt so viel Fleisch essen wie Frauen. Dies sei auch um das Doppelte mehr, als ihnen gesundheitlich gut tut. Doch auch Frauen liegen demnach an der oberen Grenze. Studien der letzten Jahre zeigten, dass Menschen, die sich vegetarisch ernähren, bei zahlreichen Erkrankungen ein geringeres Erkrankungsrisiko besitzen. Das gelte vor allem bei Herz-Kreislauf-Leiden. Von Vorteil sei, dass Vegetarier mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse essen, als „Fleischesser“. Eine englische Metaanalyse kam etwa zu dem Ergebnis, dass die vegetarische Kost das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten um 15 bis 35 Prozent senken kann. Zudem zeigten andere Studien, dass vor allem der Verzehr von rotem Fleisch das Krebsrisiko erhöht.

Wichtiger Beitrag zum globalen Klimaschutz
Außerdem könne man durch Fleischverzicht einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten, denn wer sich über den Umweg von Tieren ernährt, verbraucht etwa siebenmal mehr Bodenfläche, als wenn er oder sie vegetarisch essen würde. Wer sich dazu entschließt, kein oder weniger Fleisch zu essen, findet im Internet zahlreiche vegetarische Gerichte.

Fleischatlas
Der Fleischatlas ist eine Gemeinschaftsproduktion von Le Monde diplomatique, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem BUND, in der verschiedene Autoren auf 48 Seiten erklären, warum Tiermedikamente krank machen, wie der weltweit wachsende Fleischkonsum das globale Klima belastet, den Regenwald zerstört und durch seinen viel zu hohen Wasserverbrauch eine lebenswichtige Ressource bedroht. (ad)

Bild: Christian Alex / pixelio.de