Fleischloses Weihnachtsmenü für Veganer zaubern

Heilpraxisnet

Weihnachtliches Schlemmen ganz ohne Gans

18.12.2014

Ein Weihnachtsmenü ohne Fleisch oder Fisch ist für viele Menschen undenkbar. Dabei gibt es viele leckere und spannende vegane Rezepte, die ganz ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“ erläutern Autoren veganer Kochbücher, wie man einem schmackhaften fleischlosen Weihnachtsmenü eine besondere Note verleiht.

Weihnachtlich schlemmen mit veganen Menüs
Gerichte wie Gänsebraten, Kartoffelsalat mit Würsten oder Karpfen sind für viele Deutsche ein „Muss“ an den Feiertagen. Jean-Christian Jury, Besitzer des veganen Berliner Restaurants La Mano Verde und Autor veganer Kochbücher, kennt jedoch gute fleischlose Alternativen. So solle ein veganes Menü ähnlich aufgebaut sein wie ein konventionelles, was bei einem Fünf-Gang-Menü Vorspeise, Suppe, Zwischengang, Hauptgericht und Dessert beinhalte. Wichtig sei, dass sich die einzelnen Gänge hinsichtlich der Zutaten, der Zubereitungsart und der Optik unterscheiden.

Für Jury, der zudem eine Kochschule betreibt, sind Pilze die Top-Zutat der winterlichen veganen Küche. Kaiserlinge und Morcheln haben es dem Experten für fleischlose Gerichte besonders angetan, wenn sie beispielsweise mit einer Cremesoße aus veganer Sahne, wie Hafer- oder Sojasahne, zubereitet werden. Für den Hauptgang empfiehlt er Tempeh, Möhren und Steinplize in Kombination mit Rosenkohl und Maronenpüree. Tempeh ist ein Produkt aus Sojabohnen, die mit Edelschimmelpilzen behandelt werden. Es verfügt über einen besonders hohen Eiweißgehalt und schmeckt leicht nussig und pilzig.

Als Fleischersatz eignen sich vegane Lupinensteaks im Weihnachtsmenü
Auch Roland Rauter ist Autor von veganen Kochbüchern. Sein Vorschlag für ein fleischloses Weihnachtsmenü: Karottensuppe mit Kokos-Ingwer-Schaum als Vorspeise, Buchenpilze an leichter Knoblauchsoße auf Kartoffelrösti als Zwischengang, geschmorte Petersilienwurzel auf Süßkartoffelpüree als Hauptgang und Schokoterrine an Cranberrykompott als Dessert.

Wer vorzugsweise Weihnachtsklassiker in einer veganen Variante zubereiten möchte, hat ebenfalls eine große Auswahl an leckeren Gerichten. So sind Rauter zufolge Steinpilz-Serviettenknödel mit Rotkohlsalat und Schwarzteegelee eine gute fleischlose Alternative. Statt herkömmlicher Milch wird dabei für den Knödelteig Gemüsebrühe und Sojasahne verwendet und auf Ei verzichtet. Die Zwiebeln können in Rapsöl angebraten werden, so dass auch die Butter ersetzt wird. Die restlichen Zutaten entsprechen denen eines klassischen Knödels.

Als Fleischersatz rät Rauter gegenüber der Nachrichtenagentur zu Lupinensteaks, die einen „zarten und leicht nussigen Geschmack" haben. Lupoinenbohnen sind eiweiß- und mineralstoffreich und zudem kalorienarm. Beim Anrichten können dem Experten zufolge frische Kräuter und Blüten zum optischen Highlight werden. „Auch Rosenblätter sind immer ein Hingucker."

Klassische Weihnachtsgerichte können in einer veganen Variante zubereitet werden
„Viele klassische Weihnachtsgerichte wie Rotkohl, Grünkohl, Herzoginkartoffeln oder Knödel passen auch gut in die vegane Küche", erläutert Bestsellerautor Attila Hildmann gegenüber der Nachrichtenagentur. Auch die weihnachtlichen Gewürze wie Zimt, Nelke und Kardamom lassen sich hervorragend in fleischlose Gerichte integrieren. So empfiehlt Hildmann eine Lasagne mit Kürbis-Zimt-Füllung mit Rosenkohl und einer Mandelcreme aus weißem Mandelmus, Mineralwasser, Meersalz und schwarzem Pfeffer. Zur Veredelung veganer Gerichte könnten angeröstete Macadamianüsse, Trüffel, besondere Gewürze wie Safran oder ein hochwertiges Kernöl verwendet werden.

Für den „Biss“ kann Tofu als Fleischalternative dienen. „Der Heilig-Abend-Klassiker Kartoffelsalat mit Würstchen geht auch mit Tofuwurst", so der Kochbuchautor. Übrigens: Skeptischen Gästen verrät Rauter nicht, wenn es sich um ein veganes Menü handelt. „Hinstellen und essen lassen", so sein Tipp. Die vegane Gourmetküche überzeuge mit ihrem Geschmack.

Vegane Weihnachtsmenüs sind meist kalorienärmer als klassische GerichteVegane Weihnachtsgerichte haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Klassikern wie Gänsebraten: Sie sind in der Regel wesentlich kalorien- und cholesterinärmer. Wer auch an den Feiertagen auf seine schlanke Linie achten möchte, wird in den zahlreichen veganen Kochbüchern, die mittlerweile erhältlich sind, fündig. Auch im Internet gibt es zahlreiche Rezeptseiten für vegane Gerichte. (ag)

Bild: Eva Lilje / pixelio.de