WDR: Flip-Flops meistens mit Chemikalien verseucht

Heilpraxisnet

Beliebte Sommerschuhe enthalten oft giftige Lösungsmittel und Schwermetalle

03.07.2014

Flip-Flops sind für viele Menschen gerade im Urlaub der ideale Sommerschuh, denn sie sind leicht, schnell angezogen, wasserfest und können problemlos in jedem Reisegepäck verstaut werden. Doch da Flip-Flops aus Kunststoff bestehen, können sie unter Umständen gesundheitsgefährdende Schadstoffe enthalten. Dies bestätigt ein aktueller Test des „WDR“, wonach in vielen Modellen Lösungsmittel, Schwermetalle sowie gesundheitsgefährdende Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen werden konnten.

Westdeutscher Rundfunk lässt 12 Modelle auf Schadstoffe untersuchen
Sommerzeit, Flip-Flops-Zeit. Für viele Menschen gehören die bunten, luftigen Zehentrenner zur warmen Jahreszeit einfach dazu. Nicht ohne Grund, denn Flip-Flops sind leicht und wasserdicht, wodurch sie im Vergleich zu anderen Schuhen gerade am Strand ein praktischer Begleiter sind. Doch leider gibt es auch eine andere Seite der Medaille: Denn da die Schuhe aus Plastik hergestellt werden, besteht offenbar die Gefahr, dass ein direkter Hautkontakt mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen besteht. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls ein aktueller Test des Westdeutschen Rundfunks (WDR), der am heutigen Donnerstag um 18:05 im Wirtschaftsmagazin Profit (WDR 5) ausgestrahlt wird.

Bisher keine Grenzwerte für PAK
Für den Test hatte der Sender zwölf Flip-Flop-Modelle aus allen Preisklassen im Labor untersuchen lassen. Das erschreckende Ergebnis: Laut Autoren der Sendung seien "konnten in mindestens zwei Modellen Lösungsmittel (Acetophenon) nachgewiesen werden, in zehn Paaren Schwermetalle und in immerhin sechs Paaren die gesundheitsgefährdenden PAK", wobei ein Modell hier laut dem WDR vergleichsweise hoch belastet war. Doch für "die gefährlichen Kohlenwasserstoffe in Plastikprodukten gab es bisher noch keine Grenzwerte", erst ab Ende 2015 werde laut dem Sender innerhalb der EU ein Grenzwert von 1 mg/kg für besonders krebserregende PAKs gelten. Nach Ansicht kritischer Gesundheitsexperten eine viel zu hohe Grenze, stattdessen würde von diesen ein Wert von maximal 0,2 mg/kg gefordert.

Kinder-Sandalen von KiK besonders stark belastet
Besonders bedenklich fiel das Ergebnis für die Flip-Flops der Marke „Disney Pixar“ aus, die durch Motive der Kinderserie "Cars" vor allem die Kleinsten ansprechen und von den Testern bei Deutschlands größter Textil-Discount-Kette „KiK“ gekauft worden waren. In diesen hatten die Experten 4,6 mg/kg polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe gefunden, womit die Schuhe deutlich über dem empfohlenen Grenzwert von 0,2 lagen. Laut WDR reagierte KiK jedoch prompt und kündigte an, die Schuhe aufgrund der hohen Belastung aus dem Handel zu nehmen.

Experten finden auch Blei und Chrom in bedenklichen Mengen
Doch nicht nur gesundheitlich bedenkliche Stoffe wurden in den Plastik-Schuhen nachgewiesen, sondern auch Schwermetalle. In vier Modellen hatten die Experten vergleichsweise hohe Werte an Blei und Chrom gefunden, so zum Beispiel in den „Flip-Flops Palmen“ vom dm Drogeriemarkt (Blei:8,2 mg/kg, Chrom:1,6 mg/kg) oder den „Flip-Flops V-Sandale“ von Rossman (12.0 mg/kg,1,3 mg/kg). Diese Metalle könnten zwar nicht direkt über die Haut aufgenommen werden, stellen aber ab dem Moment, indem sie entsorgt werden, eine hohe Belastung für die Umwelt dar.

Hersteller berufen sich auf fehlende gesetzliche Grenzwerte
Die Reaktionen der Hersteller auf die Test-Ergebnisse fielen laut dem WDR unterschiedlich aus, wobei sich alle darauf berufen hätten, „dass es keine gesetzliche Grenzwerte gibt und ihre Schuhe deshalb in Ordnung seien“. Nicht desto trotz hätten einige Anbieter weitere Untersuchungen oder sogar – wie im Falle von KiK – den Verkaufsstopp der belasteten Kindersandalen angekündigt. „Die Produktion unserer Schuhsortimente wird regelmäßig durch den TÜV Rheinland überwacht (…). Für die gefundenen Lösungsmittel (…) gibt es keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte (…). Trotzdem werden wir auch hier mit unserem Lieferanten prüfen, ob wir eine Reduzierung erreichen können“, so beispielsweise das Statement der Firma Rossmann. (ag)

Bild: Kurt / pixelio.de