Flohsamen helfen beim Reizdarmsyndrom

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Der lösliche Ballaststoff Flohsamen hilft beim Reizdarmsyndrom, das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Studien haben ergeben, dass gute Therapieerfolge mit Flohsamen erzielt werden konnten.

Bild: dima_pics - fotolia
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Laut aktuellen Studien kann das Reizdarmsyndrom erfolgreich mit Flohsamen behandelt und die Symptome gelindert werden. Bei den Flohsamen handelt es sich um einen löslichen Ballaststoff, der das Wasser im Darm bindet.

Wie das Institut berichtet, sind Magensaft resistente Kapseln mit Pfefferminzöl und krampflösende Arzneimittel ebenfalls sinnvoll. Allerdings komme es auf das krampflösende Mittel an. Das IQWiG empfiehlt das in Apotheken und in Deutschland zugelassene Medikament „Butylscopolamin“. Das Medikament kann ohne Rezept erworben werden.

Weit verbreitet ist die Annahme, dass Kleie ebenfalls wirksam sein können. Doch neue Studien haben festgestellt, dass Kleie nicht löslich ist und das Wasser im menschlichen Organismus kaum bindet. Eine Linderung der Beschwerden kann demnach nicht eintreten.

Die genauen Umständen, warum Patienten an einem Reizdarmsyndrom leiden, sind bislang kaum erforscht. Deshalb werden Patienten oftmals von Ärzten nicht ernst genommen. Das berichtet auch das IQWIG: „Es kann immer noch passieren, dass Menschen mit Reizdarmsyndrom nicht ernst genommen werden, weil man ihre Probleme für reine Kopfsache hält“, sagte Peter Sawicki, der Vorsitzende des IQWiG.

Doch ein Reizdarm kann heftige und für die Betroffenen belastende Symptome hervor rufen. Die meisten Patienten sind zwischen 35 und 50 Jahre alt. Nach Schätzungen sind rund 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen. Zu den typischen Beschwerden gehören Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, ein aufgeblähter Bauch sowie weicher bis schleimiger bis flüssiger Stuhlgang. Viele Patienten berichten auch von Angstzuständen, Abgeschlagenheit und Depressionen.

Leiden die Menschen übermäßig viel an Stress und alltäglichen Belastungen, können sich die Symptome verstärken. Sind Patienten dagegen eine Zeit lang ausgeglichen, können sich die Beschwerden auch wieder mindern. Viele Forscher sehen deshalb hier einen Zusammenhang.

Naturheilkundlich stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die ausprobiert werden können, z.B. Probiotik (E.Coli-Präparate), Pflanzenheilkunde, TCM und Akupunktur, Osteopathie, Hypnosetherapie, Isopathie oder Homöopathie. (sb)