Flugzeugabsturz lieber mit den Kindern besprechen

Heilpraxisnet

Flugzeugabsturz sollte mit Kindern besprochen werden

26.03.2015

Derzeit beherrscht der Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich die Nachrichten. Natürlich bekommen auch Kinder etwas von der schlimmen Katastrophe mit. Eltern sollten souverän auf die Ängste und Fragen ihrer Kinder reagieren. Eine Expertin gibt Tipps.

„Hast du von dem Flugzeugabsturz gehört?“
Eltern sollten bei ihren Kindern am besten vorsichtig nachhorchen, ob sie schlimme Nachrichten aus der Welt beschäftigen. Ganz aktuell könnte dies bei dem Flugzeugabsturz in Frankreich der Fall sein. Kristin Langer von „Schau hin“, einer Initiative, die Tipps zum Umgang mit Medien gibt, rät in einer Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa, dass eine einfache Frage wie etwa „Hast du von dem Flugzeugabsturz gehört?“ als Türöffner für ein Gespräch dienen kann. Zudem ist es gut, wenn man sagt, was man selbst darüber denkt: „Das macht mich traurig.“

Kinder brauchen Anhaltspunkte
Um etwas einordnen zu können, brauchen Kinder Anhaltspunkte. Sie sprechen manchmal etwas auch nur deshalb nicht aus, da sie nicht sicher sind, ob es richtig ist, was sie denken, erläuterte Langer. Wenn ein Kind von dem Absturz gehört hat und sehr betroffen ist, ist es wichtig, eine Grundsicherheit zu vermitteln. Das funktioniert beispielsweise mit einer Umarmung und Formulierungen wie „Wir passen aufeinander auf“. Ebenfalls wichtig ist, dem Kind Gelegenheit für Fragen zu geben, anstatt gleich die ganze Situation erklären zu wollen. Ansonsten wissen Eltern gar nicht, was ihren Nachwuchs genau beschäftigt.

Angst vor dem nächsten Flug
Möglicherweise ist die erste Frage, die sich das Kind stellt, wie es dem Piloten und seiner Familie geht. Dann kann es manchmal für ein Kind hilfreich sein, das Gefühl in eine Handlung umzusetzen: „Ich schreibe der Pilotenfamilie einen Brief“, nennt Langer ein Beispiel. Auch wenn man den gar nicht abschickt, kann es helfen, den eigenen Gefühlen damit Ausdruck zu verleihen. Eventuell hat das Kind auch Angst, bald selbst für den Urlaub in einen Flieger zu steigen. „Kinder beziehen das, was sie sehen in den Nachrichten, immer sehr auf den eigenen Lebensalltag“, erklärte Langer.

Unglück in Relation setzen
In solchen Fällen kann es helfen, beispielsweise aufzuzeigen, wie viele Menschen sich um die Sicherheit eines Fluges kümmern. Bei Kindern ab Ende des Grundschulalters funktioniert es der Expertin zufolge auch, das Unglück in Relation zu setzen. Etwa indem man klärt, wie viele Flüge es eigentlich jeden Tag gibt und wie oft etwas schief geht. Laut Langer lasse sich bei älteren Kindern viel auf der Sachebene machen. Möglicherweise hilft auch Wissen, das Erwachsenen mit Flugangst von Experten oft vermittelt wird. So kann es beruhigend sein, zu wissen, dass die Tragflächen nicht kurz vor dem Abbrechen sind, weil sie schwingen und sich bewegen. Oder dass die Tragflächen ausreichend elastisch sind, damit sie eben nicht abbrechen. Solche Informationen finden Betroffene im Internet, in Büchern oder bei Seminaren zur Flugangstbewältigung.

Gemeinsam Kindernachrichten anschauen
Bei Bildern aus den Nachrichten ist jedoch Vorsicht geboten. Langer erklärte dazu: „Ich fange erst im Alter von zehn Jahren an, ein inneres Schutzgerüst aufzubauen.“ Daher können sich Kinder unter zehn Jahren nicht von heftigen Darstellungen distanzieren. Dies ist ein Grund, warum die Kleinen auch lieber nicht im Raum sein sollten, wenn die klassischen Nachrichten für Erwachsene im Fernsehen laufen. Es ist besser, wenn man sich gemeinsam Kindernachrichten oder die Berichte auf speziellen Kinderseiten im Internet anschaut. (ad)

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>Bild: Nicole Celik / pixelio.de