Fördermittel reichen nicht: Gravierender Investitionsstau in Krankenhäusern

Fabian Peters
Neue Studie: Beeinträchtigung der Versorgung in Krankenhäusern
Einer neuen Studie zufolge reichen die öffentlichen Fördermittel der Bundesländer bei weitem nicht mehr aus, um den Investitionsbedarf der Krankenhäuser in Deutschland zu decken. Dadurch könnte die Versorgung in den Kliniken erheblich beeinträchtigt werden.

Nur noch ein kleiner Teil kann notwendige Investitionen bestreiten
Einer Untersuchung zufolge drohen fehlende Investitionsmittel die Versorgung in den deutschen Krankenhäusern erheblich zu beeinträchtigen. Laut der Nachrichtenagentur dpa heißt es in der Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), Grund dafür sei, dass die Länder immer weniger ihrer Verpflichtung nachkämen, ausreichende Investitionsmittel für Kliniken sicherzustellen. „Die Gesundheitsbranche befindet sich im stetigen Wandel. Neue Behandlungsmethoden, individuellere Leistungen, technische und medizinische Innovationen – sie ermöglichen den Krankenhäusern Jahr für Jahr einen Fortschritt bei der patientenorientierten Vorsorge, Fürsorge und Heilung. Theoretisch“, schreiben die Autoren. Mittlerweile sei aber nur noch etwa ein Viertel der rund 2.000 Kliniken in der Lage, die notwendigen Investitionen zu bestreiten.

Die fehlenden Fördergelder haben einen hohen Investitionsstau bei den Kliniken zur Folge. (Bild: EPSTOCK/fotolia.com)
Die fehlenden Fördergelder haben einen hohen Investitionsstau bei den Kliniken zur Folge. (Bild: EPSTOCK/fotolia.com)

Staatliche Fördergelder drastisch gekürzt
Den Angaben zufolge sind die staatlichen Fördermittel für Krankenhäuser seit dem Jahr 2000 um 25 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro gesunken. Wie BDO-Vorstandsmitglied Parwäz Rafiqpoor erläuterte, steige der Investitionsbedarf jedoch allein für die kommenden fünf Jahre auf rund sieben Milliarden Euro jährlich. Und DKI-Vorstand Andreas Weigand erklärte: „In der Konsequenz führt das zu Überalterung und Substanzverlusten bei der baulich-technischen Infrastruktur und damit zu einer möglichen Verschlechterung der Patientenversorgung.“ Wie es heißt, sei das auch der Hauptgrund, weshalb seit mehr als zehn Jahren zwischen 30 und 50 Prozent der deutschen Krankenhäuser Verluste schrieben.

Gelder der Beitragszahler
Von den Krankenkassen wird seit langem kritisiert, dass Gelder ihrer Beitragszahler zum Teil für Investitionskosten ausgegeben würden, für die eigentlich die Länder aufkommen müssten. Daran ändere auch das am vergangenen Donnerstag vom Bundestag verabschiedete Krankenhausstrukturgesetz wenig. Allerdings stehen nicht nur die Bundesländer in der Kritik. So erhob die Freie Ärzteschaft (FÄ) vor kurzem schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Diese gefährde mit ihrer Gesundheitspolitik die medizinische Versorgung hierzulande. Die Ärzte forderten die Regierung auf, das kürzlich in Kraft getretene „Versorgungsstärkungsgesetz“ auszusetzen und die Klinikreform zu stoppen. (ad)

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