Forscher entdecken neue Komponente im Kampf gegen aggressiven Brustkrebs

Schmerzende Brustwarzen lassen sich oft auf harmlose Ursachen zurückführen. (Bild:  Eskymaks/fotolia.com)
Alexander Stindt
Neue Entdeckung verbessert die therapeutischen Möglichkeiten
Der sogenannte dreifach negative Brustkrebs (Dreifach negatives Mammakarzinom) ist eine der aggressivsten Arten von Brustkrebs. Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Erkrankung sind äußerst begrenzt. Forscher fanden jetzt eine neue vielversprechende Methode zur Identifizierung und Behandlung von dreifach negativen Brustkrebs.

Das sogenannte dreifach negative Mammakarzinom verhält sich biologisch äußerst aggressiv und tritt bevorzugt bei jüngeren Patientinnen auf. Wissenschaftler von der University of Michigan fanden jetzt eine Verbindung, die es ermöglichen könnte, diese aggressive Form von Krebs effektiver zu behandeln. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Clinical Cancer Research“.

Die Behandlung von sogenanntem dreifach negativen Brustkrebs gestaltete sich in der Vergangenheit äußerst schwierig. Eine neu entdeckte Verbindung mit dem Namen UM-164 könnte Betroffenen jetzt neue Hoffnung schenken. (Bild: Eskymaks/fotolia.com)
Die Behandlung von sogenanntem dreifach negativen Brustkrebs gestaltete sich in der Vergangenheit äußerst schwierig. Eine neue Verbindung mit dem Namen UM-164 könnte Betroffenen jetzt neue Hoffnung schenken. (Bild: Eskymaks/fotolia.com)

Bisher wenig Fortschritte bei der Behandlung von dreifach negativem Brustkrebs
Die neue Verbindung wird als UM-164 bezeichnet und zielt auf sogenannte Kinasen ab. Diese spielen scheinbar eine Rolle bei der Entwicklung und Verbreitung von dreifach negativen Brustkrebs, erläutern die Forscher. Die Verbindung hatte in Tests mit Mäusen sehr wenige Nebenwirkungen. Die allgemeine Behandlung von Brustkrebs habe große Fortschritte gemacht. das galt bislang leider nicht für die Patienten mit dreifach negativen Brustkrebs, sagt Autor Dr. Sofia Merajver vom University of Michigan Comprehensive Cancer Center.

Etwa 20 Prozent aller Brustkrebsdiagnosen betreffen dreifach negativen Brustkrebs
Dreifach negativer Brustkrebs ist aggressiver als andere Arten von Brustkrebs. Die Patienten erleben oft, dass ihr Krebs erneut nach der Behandlung auftritt und dann beginnt, sich weiter auszubreiten, sagen die Mediziner. Momentan gibt es keine zugelassenen zielgerichteten Therapien für diese Form von Brustkrebs, die etwa 20 Prozent der Brustkrebsdiagnosen darstellt.

Woher kommt die Bezeichnung dreifach negativer Brustkrebs?
Dreifach negativer Brustkrebs wird so genannt, weil die Erkrankung für zwei Hormonrezeptoren und das HER2-Protein negativ ist. Diese drei Marker werden normalerweise von den derzeitigen Behandlungen erfolgreich als Ziel genutzt, erläutern die Experten. Das lässt die Chemotherapie als einzige Behandlungsoption für diese Art von Krebs zu, fügt Hauptautor Dr. Rabia A. Gilani von der University of Michigan hinzu. Wir sind dabei ein besseres Verständnis der Biologie von dreifach negativen Brustkrebs zu gewinnen, welches für die Entwicklung gezielter Therapien unerlässlich ist, sagen die Mediziner.

UM-164 kann die Kinase ausschalten
Das Forscherteam versuchte nicht nur die Kinase zu blockieren, es gelang ihnen sogar mit der Hilfe von UM-164 die Kinase auszuschalten. Der Grund, warum unsere Verbindung funktioniert, ist, dass wir einen neuen Mechanismus für die Bindung der Kinase haben, erläutern die Wissenschaftler. Es gelang uns das schädliche c-Src-Protein vollständig aus den Zellen zu entfernen. Normalerweise wird nur dessen Aktivität gehemmt, sagt Dr. Matthew B. Söllner von der University of Michigan.

UM-164 hemmt wichtigen Signalweg
Zusätzlich hemmt UM-164 einen anderen Signalweg, der an der Entstehung von dreifach negativem Brustkrebs beteiligt ist. Durch die Kombination eines bestehenden c-Src-Inhibitors mit einem p38-Inhibitor, wurde die Wirkung effizienter. Sie funktionieren viel besser zusammen, als sie es individuell tun, sagt Söllner. Mit unserer Verbindung waren die Ergebnisse sogar noch stärker, als mit den bestehenden Medikamenten, fügt der Mediziner hinzu.

Medikament verursacht nur wenige Nebenwirkungen und ist trotzdem wirksam
Die Forscher fanden auch heraus, dass sie das Medikament an Mäuse in einer höheren Dosis verabreichen konnten, die wirksam gegen den Krebs war. Aber das verursachte einige Nebenwirkungen. Weitere Forschung ist nötig, um das Sicherheitsprofil von UM-164 zu verstehen, fügen die Mediziner hinzu. (as)

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