Forscher entdecken Resistenz gegen Cholera

Astrid Goldmayer

Forscher entdecken Gene mit Resistenz gegen Cholera

05.07.2013

Forscher der Harvard University entdeckten Gene, die eine natürliche Resistenz gegen Cholera aufweisen. Wie Elinor Karlsson und ihr Team im Fachmagazin „Science Translational Medicine“ schreiben, habe sich die Resistenz im Laufe der Zeit im historischen, geografischen Zentrum der Krankheit im Ganges-Delta entwickelt, da die Bevölkerung dort über Jahrtausende hinweg immer wieder mit den Erregern in Kontakt kam.

Resistenz gegen Cholera entwickelte sich im Laufe der Evolution
Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher das Erbgut von 42 willkürlich ausgewählten Familien in Bangladesch. Dabei entdeckten sie Resistenz-Gene gegen Cholera. Für die Menschen, die entlang des Ganges-Detas lebten, sei die Resistenz ein Vorteil in der Evolution gewesen, berichten die Forscher. Sie seien über Jahrtausende von den Erregern der Cholera bedroht gewesen, da in dieser Region der historisch-geografische Ursprung der Krankheit liege. Im Laufe der Zeit entstanden Resistenzen zum Schutz gegen Cholera.

„Unsere Ergebnisse geben Aufschluss über die genetischen Grundlagen der Cholera-Resistenz der Bevölkerung aus dem Ganges-Delta und präsentieren einen vielversprechenden Ansatz zur Identifizierung von genetischen Faktoren, die die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten beeinflussen“, schreiben die die Forscher. Die Ergebnisse könnten zudem die Entwicklung von Impfstoffen und Therapien vorantreiben.

Jedes Jahr erkranken weltweit zwischen drei und fünf Millionen Menschen an Cholera. Die Erkrankung gehört zu den schweren Infektionskrankheiten, die unbehandelt zum Tod des Betroffenen führen kann. Cholera wird durch das Bakterium Bakterium Vibrio cholerae verursacht, das meist über mit Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrung aufgenommen wird. Der Erreger befällt den Dünndarm und führt zu schwerem Durchfall und starkem Erbrechen. In der Folge kann ein Flüssigkeitsmangel im Körper entstehen, der zur Austrocknung und zum Elektrolytverlust führt. Betroffene sollten deshalb vor allem ausreichend Flüssigkeit, Zucker und Salz zu sich nehmen. Bei schweren Krankheitsverläufen ist die Einnahme eines Antibiotikums notwendig. (ag)

Advertising

Bild: Sebastian Karkus / pixelio.de