Forscher: Kann ein einziges Medikament die Schäden altersbedingter Krankheiten revidieren?

Forscher scheinen eine Art Jungbrunnen entdeckt zu haben. Die Zusammenstellung von etwa 30 verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln in Pillenform, könnte älteren Menschen mit neuro-degenerativen Krankheiten helfen. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)
Alexander Stindt
„Wunderpille“ kann katastrophale neurologische Erkrankungen heilen
Wäre es nicht wunderbar, wenn eine Pille die innere Uhr zurückdrehen und dadurch im Alter auftretende Erkrankungen rückgängig machen würde? Forscher behaupten, dass es bald eine Nahrungsergänzungspille geben könnte, welche ähnliche Wirkungsweisen zeigt. Die Pille ist in der Lage den angerichteten Schaden von Demenz und anderen altersbedingten Krankheiten umzukehren oder abzuschwächen. Laut Aussage der Forscher ist geplant, die angebliche „Wunderpille“ bereits in zwei Jahren auf den Markt bringen.

Die Forscher fanden bei der sogenannten McMaster University Studie heraus, dass eine Pille den bereits angerichteten Schaden von Demenz und anderen altersbedingten Krankheiten rückgängig machen kann. Das Medikament basiert auf einer Mischung von dreißig Vitaminen und Mineralstoffen, die in Bioläden bereits weitverbreitet sind und normalerweise als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Die Wissenschaftler von der McMaster University veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Molecular Mutagenesis“.

Forscher scheinen eine Art Jungbrunnen entdeckt zu haben. Die Zusammenstellung von etwa 30 verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln in Pillenform, könnte älteren Menschen mit neuro-degenerativen Krankheiten helfen. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)
Forscher scheinen eine Art Jungbrunnen entdeckt zu haben. Die Zusammenstellung von etwa 30 verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln in Pillenform, könnte älteren Menschen mit neuro-degenerativen Krankheiten helfen. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)

Inhaltsstoffe der vermeindlichen „Wunderpille“
Die Hauptautorin Professor Jennifer Lemon erklärte, dass die frühen Tests der Formel, die gemeinsame Bestandteile wie beispielsweise Vitamin B, Vitamin C, Vitamin D, Folsäure, grüner Tee-Extrakt und Lebertran enthält, wirklich dramatisch seien. Diese neue Nahrungsmittelergänzungspille könnte in der Lage sein, „negative Auswirkungen des Alter abzuwenden“. Die enthaltenen Bestandteile seien üblicherweise überall im Handel erhältlich. Die neue „Wunderpille“ enthält einfach nur „alle positiven Ergänzungen in einem Produkt“, berichtet die Wissenschaftlerin. Die Pille werde eines Tages „den Fortschritt von katastrophalen neurologischen Erkrankungen, wie Alzheimer und Parkinson, verlangsamen können“, mutmaßt die Forscherin.

Nahrungsergänzung bringt bemerkenswerte Verbesserungen
Die aktuelle Studie wurden an Mäusen durchgeführt. Die Tiere litten unter dem weit verbreiteten Verlust von mehr als der Hälfte ihrer Gehirnzellen. Durch diesen Verlust werden im Alter mehrere Bereiche des Gehirns beeinflusst. „Die Auswirkungen sind durchaus vergleichbar mit denen einer schweren Alzheimer-Erkrankung“, sagen die Mediziner. Wurden die Testtiere über einen Zeitraum von mehreren Monaten mit Lebensmitteln gefüttert, die geringe Mengen der neuen Ergänzung enthielten, war eine durchaus bemerkenswerte Verbesserung zu beobachten, erläutern die Experten.

Pille verbessert Vision, Gleichgewicht, Motorik und Geruchssinn der Testmäuse
Im Laufe der Zeit beseitigte die neue „Superpille“ die zuvor aufgetretene kognitive Abnahme vollständig, welche durch den schweren Verlust von Gehirnzellen ausgelöst wurde. „Wir hoffen jetzt, dass diese Form der Nahrungsergänzung die negativen Auswirkungen von einigen sehr schweren Krankheiten ausgleichen kann“, erklären die Autoren. „Dadurch würde dann letztlich die Lebensqualität von Betroffenen erheblich verbessert werden“, erläutert die Hauptautorin Prof. Lemon von der McMaster University. Die Wissenschaftler konnten zusätzlich auch noch eine Verbesserung der Vision, des Gleichgewichts und der Motorik bei den Tieren feststellen. Außerdem verbesserte die Nahrungsergänzung auch den Geruchssinn der Mäuse. Der Verlust des Geruchssinn ist oft mit neurologischen Erkrankungen verbunden, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Nächste Phase testet „Wunderpille“ an Menschen mit neurodegenerativen Krankheiten
Der nächste Schritt sei die Ergänzung an Menschen zu testen. So soll überprüft werden, ob die positive Wirkung bestehen bleibt oder eventuell Nebenwirkungen auftreten. Die neue Testphase wird voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Jahre erreicht werden. „Zunächst wird das Medikament an Menschen getestet, die bereits unter sogenannten neurodegenerativen Krankheiten leiden“, erklären die Wissenschaftler. Die Forschung legt nahe, dass es ein enormes Potenzial dafür gibt, ,it der Ergänzungspille Menschen zu helfen, die an einigen katastrophalen neurologischen Erkrankungen leiden, erläutert Professor Lemon. Ob die Pille tatsächlich das vermag, bleibt fraglich. Schon häufig wurden sogenannte „Superpillen“ angepriesen, die nicht das hielten, was deren Erfinder versprachen. (as)

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