Forscher-Studie: Moderates Weintrinken kann das Gehirn vor kognitiven Schäden schützen

Alexander Stindt
Mediziner untersuchen die Schutzwirkung von Wein auf das menschliche Gehirn
In den letzten Jahren gab es immer wieder unterschiedliche Meinungen über die Auswirkung von Wein auf unsere Gesundheit. Forscher fanden jetzt heraus, dass Wein offenbar eine schützende Wirkung auf das menschliche Gehirn haben kann. Der Effekt sei als eine Art Anti-Aging-Wirkung für das Gehirn zu beschreiben.

Die Wissenschaftler des Institute of Food Science Research in Madrid stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Rotwein bei der Verzögerung des Beginns kognitiver Beeinträchtigungen bei Alterung und neurodegenerativen Erkrankungen hilft. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Frontiers in Nutrition“.

Sicherlich trinken viele Menschen gerne Rotwein, weil sie den Geschmack mögen. Mediziner stellten bei einer aktuellen Untersuchung allerdings fest, dass Wein auch eine schützende Wirkung auf das menschliche Gehirn haben kann. Der mäßige Konsum des Getränks könnte sogar vor neurodegenerativen Erkrankungen schützen. (Bild: contrastwerkstatt/fotolia.com)

Rotwein mit Polyphenol-Antioxidantien verlangsamt kognitive Beeinträchtigung
Ein mäßiger Konsum von Rotwein mit sogenannten Polyphenol-Antioxidantien, vor allem als Teil einer mediterranen Ernährung, kann die kognitive Beeinträchtigungen verlangsamen, schreiben die Autoren der Studie. Dies könne auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer-Krankheit von Vorteil sein. Es gebe außerdem in Rotwein und Schokolade eine Substanz, die einen altersbedingten Gedächtnisverlust zu verhindern scheint. Diese Substanz werde als Resveratrol bezeichnet, sagen die Forscher.

Experten untersuchen neuroprotektive Wirkung von Wein
Um die molekularen Mechanismen hinter den neuroprotektiven Wirkung des Weines zu verstehen, analysierten die Mediziner in Spanien bestimmte Verbindungen, nachdem der Wein durch den menschlichen Darm gelangt war. Diese Verbindungen finden sich im Urin und den Fäkalien von Menschen wieder, wenn diese regelmäßig Wein konsumieren, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Wein scheint das Gehirn vor negativen Auswirkungen von Stress zu schützen
Um die Wirkungen dieser Metaboliten auf das menschliche Gehirn zu untersuchen, wurden die Verbindungen menschlichen Zellen unter Stressbedingungen hinzugefügt. Diese Situation war vergleichbar mit Anfangsphasen bestimmter neurodegenerativer Störungen, erläutern die Wisenschaftler. Es habe sich gezeigt, dass die Weinmetaboliten die Zellen vor dem Absterben infolge der Stressbedingungen schützen.

Individuelle Darmmikrobiota beeinflussen die neuroprotektive Wirkung
Die genaue Zusammensetzung der Weinmetaboliten beeinflusst die neuroprotektive Wirkung, erläutern die Mediziner. Diese Komposition hänge wiederum von der Zusammensetzung der individuellen Darmmikrobiota ab. Mit anderen Worten, Wein wird in verschiedene Metaboliten je nach Darmflora jedes Individuums zerlegt, fügen die Autoren hinzu. Dies untermauert die Vorstellung, dass verschiedene Menschen ganz unterschiedlich von ihrer Nahrung profitieren können, erklärt Autor Dr. Esteban-Fernández vom Institute of Food Science Research in Madrid.

Verschiedene Menschen profitieren unterschiedlich stark von ihrer Nahrung
Dieser individuelle Unterschied ist ein Faktor, welcher nicht zu vernachlässigen ist, wenn wir die gesundheitlichen Auswirkungen von bestimmten Lebensmitteln verstehen wollen, fügt der Experte hinzu. Die Ergebnisse zeigen, dass das Verständnis der Auswirkungen von Lebensmitteln auf die Gehirnfunktion dringend vorangetrieben werden muss, so Dr. Esteban-Fernández weiter.

Die richtige Ernährung kann Krankheiten und gesundheitlichen Abbau vermeiden
Die aktuelle Studie bestätigt, dass die Ernährung als ein wichtiger Faktor für die Gesundheitserhaltung und die Prävention von Krankheiten angesehen werden muss. Die besonders vorteilhaft wirkenden Antioxidantien seien vor allem in buntem Obst und Gemüse enthalten wie beispielsweie in Aprikosen, Karotten, Süßkartoffeln, Paprika und grünem Blattgemüse, fügen die Autoren hinzu. (as)