Forschung: Unsere Nahrung bestimmt, wie gut wir schlafen

Unsere Schlafqualität wird maßgeblich durch die aufgenommene Nahrung beeinflusst. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)
Fabian Peters
Schlafen Sie schlecht? Dann sollten Sie vielleicht ihre Ernährung ändern
Manche Menschen haben ernsthafte Probleme, nachts einzuschlafen. Oft werden solche Schlafprobleme mit Stress im Alltag verbunden. Jetzt behaupten Wissenschaftler vom „Columbia University Medical Center“ aber, dass schlechter Schlaf mageblich mit unserer Ernährung zusammenhängen könnte.

Ausreichend Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit. Aber woran liegt es, wenn Menschen immer wieder zu wenig und schlecht schlafen? Mediziner fanden jetzt in einer Studie heraus, dass unsere konsumierte Nahrung großen Einfluss auf unsere Schlafqualität haben könnte. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer aktuellen Untersuchung in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Sleep Medicine“.

Unsere Schlafqualität wird maßgeblich durch die aufgenommene Nahrung beeinflusst. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)
Unsere Schlafqualität wird maßgeblich durch die aufgenommene Nahrung beeinflusst. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Die Qualität der Ernährung beeinflusst unsere Schlafqualität
Eine aktuelle Studie bestätigt, was mehrere frühere Untersuchungen schon vermutet hatten. Unsere Schlafqualität ist von den Lebensmittel abhängig, die wir regelmäßig konsumieren. Amerikanische Wissenschaftler vom „Columbia University Medical Center“ in New York fanden heraus, dass bestimmte Lebensmittel wie Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Nahrung einen gesunden Schlaf fördern. Menschen, die oft Ballaststoffen zu sich nehmen, verbringen mehr Zeit im Tiefschlaf, behaupten die Mediziner. Wenn ein hoher Prozentsatz unserer Energie aus gesättigten Fettsäuren gewonnen wird, sei der Tiefschlaf qualitativ nicht sehr hochwertig. Unsere wichtigste Erkenntnis war, dass die Qualität der Ernährung unsere Schlafqualität beeinflusst, betont Dr. Marie-Pierre St-Onge. Es sei sehr überraschend gewesen, dass ein einziger Tag mit erhöhter Fettaufnahme reiche, um die Schlaf-Parameter zu beeinflussen.

Gesunde Ernährung und regelmäßiger Sport helfen bei Schlafproblemen
Die aktuelle Studie unterstreicht die Tatsache, dass Ernährung und Schlaf zu einem gesunden Lebensstil gehören, erklärte der Mediziner Dr. Nathaniel Watson. Für eine optimale Gesundheit sei es wichtig, positive Lifestyle-Entscheidungen und gesunden Schlaf zu fördern. Beispielsweise sollte wir eine nahrhafte gesunde Ernährung einhalten und regelmäßig Sport treiben, fügte der Präsident der „American Academy of Sleep Medicine“ hinzu. Die Studie stellte auch fest, dass die Teilnehmer schneller einschliefen, wenn sie vorbereitete Mahlzeiten von einer Ernährungsberaterin zu sich nahmen. Diese enthielten weniger gesättigte Fettsäuren und einen höheren Proteingehalt als die selbst gewählten Speisen, erläuterten die amerikanischen Wissenschaftler. Es dauerte im Durchschnitt etwa 29 Minuten, bis die Probanden nach dem Konsum von Lebensmitteln und Getränken ihrer Wahl einschliefen. Es dauerte aber nur siebzehn Minuten, wenn die Testpersonen kontrollierte Mahlzeiten von Ernährungsberatern zu sich nahmen, berichten die Forscher von ihrer Studie.

Gesunder Schlaf schützt vor vielen Erkrankungen
Die Feststellung, dass die Ernährung unseren Schlaf beeinflussen kann, hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit, angesichts der zunehmenden Anerkennung der Rolle des Schlafes in der Entwicklung von chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen, erklärte Dr. St-Onge. Die Studie untersuchte 26 Probanden, die ein normales Gewicht und ein Durchschnittsalter von 35 Jahren hatten. Die Testpersonen verbrachten fünf Nächte in einem Schlaflabor. In dieser Zeit verbrachten sie neun Stunden täglich im Bett. Die Probanden schliefen durchschnittlich sieben Stunden und 35 Minuten pro Nacht. Nach Ansicht der Autoren der Studie, könnten Ernährungsempfehlungen verwendet werden, um den Schlaf bei Patienten mit schlechter Schlafqualität zu verbessern. Allerdings sind weitere Studien erforderlich, um die Beziehung zwischen Nahrung und Schlaf genau zu bewerten, erklärten die Experten. (as)

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