Forschung: Führen Depressionen zu Arthritis und Angststörungen zu Hauterkrankungen?

Junge Menschen mit psychischen Erkrankungen entwickeln häufig körperliche Folgeerkrankungen. So stellten Mediziner beispielsweise fest, dass Depressionen bei Kindern und Jugendlichen zu Arthritis und Krankheiten des Verdauungssystems führen. Angststörungen bewirken dagegen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Hauterkrankungen. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)
Alexander Stindt
Studie untersucht die Auswirkungen von psychischen Erkrankungen
Psychische Erkrankungen haben oft ernsthafte Folgen für das Leben der Betroffenen und können Folgeerkrankungen hervorrufen. Forscher fanden nun heraus, dass junge Menschen mit Depressionen zum Beispiel oft Arthritis und Krankheiten des Verdauungssystems entwickeln. Außerdem entstehen bei jungen Menschen mit Angststörungen häufig Hauterkrankungen.

Die Wissenschaftler der Universität Basel in der Schweiz stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Depressionen und Angststörungen häufig Arthritis und Hauterkrankungen nach sich ziehen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „PLOS ONE“.

Junge Menschen mit psychischen Problemen entwickeln häufig körperliche Folgeerkrankungen. So stellten Mediziner beispielsweise fest, dass Depressionen bei Kindern und Jugendlichen zu Arthritis und Krankheiten des Verdauungssystems führen. Angststörungen bewirken dagegen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Hauterkrankungen. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)
Junge Menschen mit psychischen Problemen entwickeln häufig körperliche Folgeerkrankungen. So stellten Mediziner beispielsweise fest, dass Depressionen bei Kindern und Jugendlichen zu Arthritis und Krankheiten des Verdauungssystems führen. Angststörungen bewirken dagegen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Hauterkrankungen. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Psychische Erkrankungen führen oft zu körperlichen Erkrankungen
Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung deuten darauf hin, dass psychische Erkrankungen die Risikofaktoren für bestimmte körperliche Erkrankungen im frühen Leben erhöhen, sagen die Experten. Die Ergebnisse erweitern die Erkenntnis über die Auswirkungen von psychischen Störungen auf die körperliche Gesundheit und umgekehrt, fügen die Autoren hinzu.

Zusammenhang von körperlichen Erkrankungen und psychischen Störungen festgestellt
Die Mediziner der Studie unterstützen das Konzept, dass eine integrierte Betrachtung psychisch-physikalischer Gesundheit ein guter Ansatz für eine frühzeitige Prävention und bessere Behandlung ist. Die Forschungsgruppe untersuchte das zeitliche Muster und die Beziehung zwischen körperlichen Erkrankungen und psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen.

Mediziner untersuchen die Daten von knapp 6.500 Jugendlichen
Für ihre Studie analysierten die Forscher die Daten aus einer repräsentativen Stichprobe von 6.483 Jugendlichen aus den Vereinigten Staaten. Alle Teilnehmer waren im Alter zwischen 13 und 18 Jahren.

Psychische Störungen ziehen bei Jugendlichen körperliche Erkrankungen nach sich
Die Wissenschaftler stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass einige körperliche Erkrankungen häufiger bei Kindern und Jugendlichen auftreten, wenn diese zuvor unter bestimmten psychischen Störungen gelitten haben. Ebenso neigen Betroffene von bestimmten psychischen Erkrankungen dazu, dass bei ihnen häufiger bestimmte physische Krankheiten auftreten.

Auswirkungen von affektiven Störungen:
Affektive Störungen wie beispielsweise Depressionen führen häufig zu Arthritis und Krankheiten des Verdauungssystems, erklären die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung. Die gleiche Beziehung konnte auch zwischen Angststörungen und Hauterkrankungen festgestellt werden, fügen die Autoren hinzu.

Auswirkungen von Angststörungen und epileptischen Erkrankungen
Es konnte auch beobachtet werden, dass Angststörungen häufiger bei Personen vorkommen, wenn diese zuvor bereits unter Herzerkrankungen gelitten hatten. Eine enge Verbindung wurde darüber hinaus zum ersten Mal zwischen epileptischen Erkrankungen und nachfolgenden Essstörungen etabliert, erläutern die Mediziner. „Die Ergebnisse unser Untersuchungen liefern wichtige Einsichten über den kausalen Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und körperlichen Krankheiten“, sagen die Autoren der Studie.

Mögliche Gründe für die Entstehung von Depressionen
Es gibt etliche Gründe für die Entstehung von Depressionen oder Angstzuständen. Beispielsweise können hormnolle Veränderungen zu Erkrankungen führen. Eine andere Studie ergab vor einiger Zeit, dass die Pille Depressionen fördert. Auch die Zeitumstellung ist ursächlich für deutlich mehr Depressionen. Dieser Zustand wird oft auch als Winterdepression bezeichnet.

Bei psychischen Erkrankungen sollten sich Betroffene unbedingt ärztliche Hilfe suchen
Aber was kann man gegen entstehende Depressionen tun? In solchen Fällen ist es unvermeidlich sich dringend professionelle ärztliche Hilfe zu suchen. Die Behandlung kann anschließend individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Erst kürzlich wurde an der Uniklinik Freiburg festgestellt, dass zum Beispiel auch regelmäßige Überwärmungsbäder effektiv gegen Depressionen wirken. (as)

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