Forschung: Kann Kaffeekonsum das Risiko für Demenz bei Frauen senken?

Alexander Stindt
Koffeinhaltige Getränke scheinen die Wahrscheinlichkeit für Demenz zu reduzieren
In den letzten Jahren hörte man immer wieder über die positiven gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee. Forscher fanden jetzt heraus, dass der Konsum des koffeinhaltigen Getränks mit einem geringeren Risiko für eine Demenzerkrankung bei älteren Frauen zusammenhängen könnte.

Ein Team aus Wissenschaftlern stellte bei einer Untersuchung fest, dass der Konsum von Kaffee bei älteren Frauen zu einer verringerten Wahrscheinlichkeit für eine Demenzerkrankung führen könnte. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journals of Gerontology“.

Es könnte eine neue Möglichkeit geben, um ältere Frauen vor Demenz zu schützen. Forscher fanden heraus, dass der Konsum von Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränken anscheinend das Demenzrisiko bei Frauen reduziert. (Bild: dimakp/fotolia.com)
Es könnte eine neue Möglichkeit geben, um ältere Frauen vor Demenz zu schützen. Forscher fanden heraus, dass der Konsum von Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränken anscheinend das Demenzrisiko bei Frauen reduziert. (Bild: dimakp/fotolia.com)

Ältere Frauen sollten täglich etwa 261 Milligramm Koffein zu sich nehmen
Die neue Studie untersuchte knapp 6.500 Frauen im Alter von 65 bis 80 Jahren. Diese Teilnehmerinnen wurden insgesamt über einen Zeitraum von zehn Jahren medizinisch überwacht. Die Frauen wurden in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe erhielt etwa 261 Milligramm Koffein am Tag, die andere Gruppe nahm durchschnittlich etwa 64 Milligramm Koffein zu sich. Wenn die Teilnehmerinnen etwa 261 Milligramm Koffein am Tag konsumierten, habe sich dadurch ihr Risiko für Demenz um bis zu 36 Prozent verringert, sagen die Mediziner. Die Koffeinmenge entspreche etwa drei Tassen Kaffee mit 95 mg Koffein täglich.

Studie klärt nicht die Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Koffein und Demenz
Die Ergebnisse der neuen Studie sind allerdings nicht ausreichend, um eine endgültige Beziehung zwischen Ursache und Wirkung von Koffeinkonsum und Demenzprävention zu ermitteln, erklären die Autoren der Untersuchung. Beispielsweise könnten die Ergebnisse dadurch beeinflusst worden sein, dass die Teilnehmerinnen die Verbrauchsdaten selber dokumentieren mussten.

Weitere Forschung zu diesem Thema ist dringend notwendig
„Wir können zwar nicht den direkten Zusammenhang zwischen einem höheren Koffeinkonsum und einer geringeren Inzidenz von kognitiver Beeinträchtigung und Demenz erklären“, so die Autorin Dr. Ira Driscoll von der University of Wisconsin in einem Interview mit dem Journal „Sentinel“ aus Milwaukee. Aber weitere Studien könnten die Auswirkungen auf die kognitive Gesundheit quantifizieren, erläutert Driscoll.

Auch andere Studien belegen die positiven gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee
Es gab noch eine Reihe anderer Studien, welche auf die positiven gesundheitlichen Folgen von Kaffeekonsum hinweisen. Zu diesen gehörte beispielsweise das geringere Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, sagen die Wissenschaftler. Andere Analysen hatten auch schon eine mögliche Verbindung zwischen Getränken wie Tee und Kaffee und dem Schutz vor kognitiven Störungen festgestellt. Trotzdem können die Wissenschaftler noch nicht sicher sagen, warum dieser Effekt auftritt. (as)