Forschung: Stammzellen heilen Erektionsstörungen

Eine Stammzellen-Therapie kann betroffenen Männern helfen. Bild: kritchanut - fotolia
Sebastian
Studie: Stammzellen gegen Erektionsstörungen nach Prostatakrebs
Probleme beim Sex gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen nach einer Operation wegen Prostatkrebs. In einer neuen Studie zeigte sich nun, dass in den Penis injizierte Stammzellen bei Erektionsstörungen helfen können. Auch Verbesserungen bezüglich der „Qualität des Orgasmus“ wurden festgestellt.
Häufigste Krebserkrankung bei deutschen Männern
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei deutschen Männern und die dritthäufigste Krebstodesursache. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge ist die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen Jahren gestiegen. Für das Jahr 2016 wird die Zahl laut Deutscher Krebshilfe auf 66.900 geschätzt. Bei Betroffenen, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen, kommt es häufig zu erheblichen langfristigen Beeinträchtigungen der Lebensqualität. In vielen Fällen sind die behandelten Männer nach einer Prostata-OP inkontinent und impotent. Allgemein gehören Probleme beim Sex zu den häufigsten Nebenwirkungen nach einem chirurgischen Eingriff wegen Prostatakrebs. Helfen können hier in den Penis injizierte Stammzellen.

Eine Stammzellen-Therapie kann betroffenen Männern helfen. Bild: kritchanut - fotolia
Eine Stammzellen-Therapie kann betroffenen Männern helfen. Bild: kritchanut – fotolia

Stammzellen in Penis injiziert
Einer neuen Studie zufolge kann Männern mit Erektionsstörungen nach Prostatakrebs offenbar mit einer Transplantation von Stammzellen geholfen werden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Ergebnisse wurden nun vom französischen Institut für Gesundheit und medizinische Forschung (Inserm) veröffentlicht. An der Studie nahmen zwölf Männer teil, die nach einer überstandenen Erkrankung an Prostatakrebs über Erektionsstörungen klagten. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „European Urology“ berichten, wurden den Patienten dann Stammzellen aus ihrem Knochenmark in den Penis injiziert.

„Signifikante Verbesserungen“ beim Geschlechtsverkehr
Laut dem Institut hätten die Männer sechs Monate später von „signifikanten Verbesserungen“ beim Geschlechtsverkehr berichtet. Wie es heißt, betreffe dies nicht nur die Erektion und ihre Dauer, sondern auch die „Qualität des Orgasmus“. Die Forscher erklärten, dass Probleme beim Sex zu den häufigsten Nebenwirkungen nach einem chirurgischen Eingriff wegen Prostatakrebs gehören. Grund dafür sei die Verletzung von Gefäßen und Nerven im Penis, die mit der Operation einhergehe, so das Institut.

Prostatakrebs muss nicht immer operiert werden

Eine OP ist bei dieser Krebsart auch nicht in allen Fällen nötig. Laut Gesundheitsexperten gibt es Fälle, in denen Patienten keine großen gesundheitlichen Probleme dadurch bekommen. Interessant in diesem Zusammenhang ist eine Erfindung, die US-amerikanische Forscher vor einigen Jahren machten. Sie entwickelten einen Test, der mithilfe dreier Gene eine genaue Aussage darüber möglich machen soll, ob ein Prostatatumor so bösartig ist, dass man ihn behandeln sollte – oder eben nicht. Die Wissenschaftler berichteten damals im Fachjournal „Science Translational Medicine“ über ihre Arbeit.(ad)

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