Forschung : Viele Frisuren können Haarausfall verursachen

Bestimmte Frisuren erhöhen das Haarausfall-Risiko. Bild: pathdoc - fotolia
Alexander Stindt
Wenn Haare dauernd unter Spannung stehen, nehmen unsere Haarwurzeln Schaden dabei
Leiden Sie unter Haarausfall? Wenn ja könnte der Grund dafür ihre Frisur sein. Forscher haben jetzt festgestellt, dass bestimmte Frisuren die Wahrscheinlichkeit erhöhen, durch sogenannte Zugkrat die Haarwurzeln zu schädigen. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit für Haarausfall ind Form der sogenannten Zugkraftalopezie erheblich erhöht.

Wissenschaftler von der Johns Hopkins University fanden jetzt heraus, dass wenn Menschen immer Frisuren tragen, die unsere Haare stark unter Spannung halten, die Wahrscheinlichkeit für Schäden an den Haarwurzeln ansteigt. Zu solchen Frisuren zählen beispielsweise eng geflochtene Zöpfe, Dreadlocks und Haarverlängerungen. Wenn die Haarwurzeln erst beschädigt sind, steigt auch das Risiko für Haarverlust. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of the American Academy of Dermatology“ (JAAD).

Bestimmte Frisuren erhöhen das Haarausfall-Risiko. Bild: pathdoc - fotolia
Bestimmte Frisuren erhöhen das Haarausfall-Risiko. Bild: pathdoc – fotolia

Verzichten Sie auf Haarerweiterungen, starke Hitze und Chemikalien, um Ihr Haar zu schützen
Für ihre Untersuchung analysierten die Experten die Ergebnisse von 19 älteren Studien. Sie überprüften die starke Assoziation zwischen Zugkraftalopezie und Frisuren, die unsere Haare unter andauernder Spannung halten. Unter der sogenannten Zugkraftalopezie ist der stufenweisen Verlust des Haares zu verstehen, meist verursacht durch Druck auf die Haarfollikel. Dieser kann entstehen, wenn Menschen immer strenge, eng geflochtene Zöpfe tragen.

Gerade dunkelhäutige Frauen tragen oft solche Frisuren und etwa ein Drittel dieser Frauen leidet wohl aus diesem Grund unter Haarausfall, sagen die Experten. Die Autoren versuchten jegliche Frisuren in eine von drei Gefahrenkategorien für Haarausfall einzuteilen. Spannung, Hitze, Chemikalien und Werkzeuge zur Glättung der Haare erhöhen dabei das Risiko für den Haarausfall, erklären die Mediziner.

Ungefährliche Frisuren sind zum Beispiel Haare, die offen getragen werden und die keine chemischen Produkte zur Glättung nutzen. Frisuren mit einem moderaten Risiko sind beispielsweise Dauerwellen und durch Hitze geglättete Haare. Bei solchen Frisuren kann bereits Haarausfall auftreten, wenn zu viel Zugkraft auf die Haare ausgeübt wird. Das höchste Risiko bergen eindeutig Frisuren wie Dreadlocks, Haarerweiterungen und Flechtfrisuren, warnen die Wissenschaftler.

Das Risiko wird nochmal erhöht, wenn die Haare vorher chemisch geglättet wurden. Die Frisuren können durch das konstantes Ziehen des Haares zu Haarbruch und schließlich zu Haarausfall führen. Erhebliche Schäden entstehen auch durch Haarerweiterungen, bei denen Klebemittel direkt auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Besonders, wenn diese angeklebten Haare wieder entfernt werden, können unsere Haarwurzeln Schaden nehmen, fügen die Autoren hinzu.

Wechseln Sie periodisch ihre Frisuren und nutzen Sie keine Chemikalien zur Glättung
Es reicht nicht, den Patienten nur zu raten, bestimmte Frisuren nicht zu verwenden. Stattdessen müssten Ärzte ihren Patienten über die Gefahren einiger Frisuren aufklären, betonen die Forscher. So könnte bei Personen mit erhöhtem Risiko vermeidbarer Haarausfall verhindert werden, sagt die Autorin Professor Kristall Aguh. Betroffene sollten keine Frisuren tragen, die ihr Haar auf Hochspannung halten. Wechseln Sie von Zeit zu Zeit Ihre Frisur, lockern Sie die Haare und tragen Sie mal einige Zeit keine strengen Zöpfe, raten die Mediziner. Außerdem sollten Sie periodische Pausen einlegen, in denen sie keine Chemikalien zur Glättung einsetzen und keine Haarerweiterungen tragen. So können Sie eine Zugkraftalopezie vermeiden und die Haarfollikel schonen, fügen die Experten hinzu. (as)

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