Forschungsgelder für Volkskrankheiten beschlossen

Fabian Peters

Bundeskabinett beschließt milliardenschweres „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“. Volkskrankenheiten sollen zukünftig besser erforscht werden.

09.12.2010

Insgesamt 5,5 Milliarden Euro will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden vier Jahren investieren, um die Gesundheitsforschung in Deutschland insbesondere im Bereich der sogenannten Volkskrankheiten auszubauen. Das entsprechende „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“ wurde gestern vom Bundeskabinett beschlossen. Volkskrankheiten sind beispielsweise Erkrankungen wie Demenz, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck.

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Investitionen von 5,5 Milliarden bis 2014 vorgesehen
Durch die vorgesehenen Investitionen im achtjährigen „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“ von 5,5 Milliarden Euro zwischen 2011 und 2014 soll nicht nur die Forschung an Hochschulen, Universitätskliniken, in der Wirtschaft und in anderen Forschungsinstituten besonders gefördert, sondern auch eine schnellere Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis ermöglicht werden, erklärte die Bundesforschungsministerin Anette Schavan (CDU). Die Gelder sollen einerseits in den Auf- und Ausbau von sechs Forschungszentren, anderseits in die Entwicklung individualisierter Medizin sowie die Ernährungs- und Versorgungsforschung fließen. „Wir verfolgen dabei die Strategie, die besten Wissenschaftler zusammenzuführen und so die rasche Übertragung des Wissens vom Labor in die Praxis zu fördern“, so die Bundesforschungsministerin in einer aktuellen Pressemitteilung. Schavan ergänzte: „Im Mittelpunkt stehen dabei diejenigen Krankheiten, die die meisten Menschen betreffen, die so genannten Volkskrankheiten.“ Außerdem solle auch die Entwicklung von Diagnostika und Therapeutika finanziell unterstützt und der Einfluss von Ernährung und Bewegung auf die Entstehung von Krankheiten genauer analysiert werden, erklärte die Ministerin .

Sechs Zentren zur Gesundheitsforschung sollen entstehen
Mit dem Aufbau der sechs Zentren zur Gesundheitsforschung soll durch die Kooperation universitärer und außeruniversitärer Wissenschaftler die Forschung und Behandlung bei den wichtigsten Volkskrankheiten massiv unterstützt werden, so die Erklärung der Bundesforschungsministerin zu dem aktuellen Kabinettsbeschluss. Zwei dieser Forschungszentren – das Deutsche Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn (2009) und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in Berlin (2010) – wurden bereits eröffnet. Vier weitere Zentren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionskrankheiten, Krebs und Lungenerkrankungen sollen auf Basis des „Rahmenprogramms Gesundheitsforschung“ folgen. In den sechs deutschen Zentren zur Gesundheitsforschung werden Wissenschaftler von Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen sowohl bei der Grundlagenforschung als auch bei der klinischen Anwendung eng zusammenarbeiten, erklärte die Forschungsministerin. „Durch die neuartigen Vernetzungswege schaffen wir bessere Voraussetzungen für neue zukunftsweisende Forschungsansätze“, so das Fazit der Bundesforschungsministerin.

Pharmaunternehmen wollen auch ihren Beitrag leisten
„Je mehr wir an medizinischen Themen forschen, desto besser können wir nicht nur Krankheiten behandeln, sondern sie gleichzeitig verhindern. Das entlastet auch unser Gesundheitssystem“, betonte Annette Schavan im Rahmen einer aktuellen Pressemitteilung zu dem entsprechenden Kabinettsbeschluss. Auch die Industrie zeigte sich angesichts des aktuellen Beschlusses wohlwollend, allerdings wurden auch weitere Forderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen angebracht. Die Chefin des Verbandes der forschenden Pharmaunternehmen (Vfa), Cornelia Yzer erklärte in Bezug auf das neue „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“, dass die Pharmaunternehmen gerne ihren Teil beitragen leisten werden, um die von der Bundesregierung gewünschte Steigerung der Innovationskraft der Gesundheitswirtschaft zu erreichen. Allerdings müsse Deutschland dann „aber auch innovationsoffener werden“, betonte Yzer und ergänzte: „Dazu brauchen wir eine Vernetzung von Forschungs-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik“. (fp)

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Bild: Gerd Altmann / pixelio.de