Frauen trifft Finanzkrise stärker

Fabian Peters

Frauen sind von der Finanzkrise laut einer Auswertung stärker betroffen als Männer. Die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt nimmt wieder deutlich zu.

12.12.2012

Die weltweite Finanzkrise trifft Frauen ungleich stärker. Das berichtet die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) der UN. Demnach sind Frauen häufiger von einer durch die Krise bedingten Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. „Die Kluft zwischen den Geschlechtern auf dem Arbeitsmarkt ist dadurch noch größer geworden“, schreiben die Autoren in dem Bericht „Global Employment Trends for Women 2012“ der Organisation.

Finanzkrise führte zum Einbruch auf dem Arbeitsmarkt
Bis zum Jahre 2007 hatten sich die Geschlechterunterschiede auf dem Arbeitsmarkt kontinuierlich verkleinert. Das galt für die Beschäftigungsrate und der Arbeitslosenquote. Eben jene positive Entwicklung wurde mit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder deutlich umgekehrt. Den Negativtrend konnten die Forscher vor allem in den westlichen Industrienationen ausmachen. „Zwischen 2002 und 2007 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei Frauen bei 5,8 Prozent und bei Männer 5,3 Prozent“, heißt es in dem Bericht. Im Jahre 2012 ist die Trendumkehr deutlich erkennbar: So liegt derzeit die Erwerbslosenquote bei Frauen bei 6,4 Prozent gegenüber 5,7 Prozent bei den Männern.

Vor der Krise Anstieg der Beschäftigungsgrade
„Noch vor der Krise ist die Beschäftigung der Frauen pro Jahr um 1,8 Prozent gestiegen.“ Bei den Männer stieg der jährliche Beschäftigungsgrad um 1,6 Prozent. Inzwischen ist der Anstieg stark auf 0,1 Prozent abgesunken und liegt weit unter dem Beschäftigungszuwachs bei den Männern. Zudem sind Frauen stärker von Teilzeitbeschäftigung betroffen. Frauen müssten aufgrund der Pflege von Angehörigen oder der Kindererziehung schneller den Beruf aufgeben, als Männern. Noch immer ist eine ausreichende Kinderbetreuung nicht gewährleistet. (fp)

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