Frauenbart an der Oberlippe: Haarwuchs Hinweis auf Eierstockerkrankung

Bei Frauen kann ein starker Haarwuchs, etwa auf der Oberlippe, auf eine Eierstockerkrankung hinweisen. Das sogenannte Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) kann dazu führen, dass betroffene Frauen Probleme haben, schwanger zu werden. (Bild: Adam Gregor/fotolia.com)
Alfred Domke
Hinter starkem Haarwuchs kann gefährliche Eierstockerkrankung stecken
Haben Frauen einen sehr starken Haarwuchs, kann dies ein Hinweis auf ein Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) sein. Etwa sechs bis acht Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter haben diese Erkrankung der Eierstöcke.

Dunkler Flaum auf der Oberlippe
Frauen, die ein sehr starker Haarwuchs plagt, leiden womöglich an einer Erkrankung der Eierstöcke. Typisch für das sogenannte Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) sind beispielsweise ein dunkler Flaum auf der Oberlippe, breite, dichte Augenbrauen, eine Schambehaarung, die sich bis auf die Oberschenkel und in einem breiten Streifen bis zum Bauchnabel zieht und dunkle Haare auf den Waden, berichtet der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in einer aktuellen Mitteilung.

Bei Frauen kann ein starker Haarwuchs, etwa auf der Oberlippe, auf eine Eierstockerkrankung hinweisen. Das sogenannte Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) kann dazu führen, dass betroffene Frauen Probleme haben, schwanger zu werden. (Bild: Adam Gregor/fotolia.com)
Bei Frauen kann ein starker Haarwuchs, etwa auf der Oberlippe, auf eine Eierstockerkrankung hinweisen. Das sogenannte Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) kann dazu führen, dass betroffene Frauen Probleme haben, schwanger zu werden. (Bild: Adam Gregor/fotolia.com)

Symptome einer Eierstockerkrankung
„Frauen, die diese Symptome an sich beobachten, sollten sich in der Frauenarztpraxis untersuchen lassen“, erklärte Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover. „Denn in vielen Fällen liegt all diesen Symptomen eine Erkrankung der Eierstöcke zugrunde, die gut behandelt werden kann.“

Beim Arzt können sich dann neben den erwähnten Veränderungen von Haut und Haaren im Ultraschall dicht an der Außenhülle der Eierstöcke viele kleine Bläschen zeigen. Gesundheitsexperten zufolge haben zwischen sechs und acht Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter ein polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS). Dieses ist neben Zyklusstörungen und einem Anstieg männlicher Geschlechtshormone auch mit einem Wirkungsverlust von Insulin verbunden.

Betroffene Frauen haben Probleme schwanger zu werden
Wenn ein PCOS nicht behandelt wird, schreitet es immer weiter fort, und es bleiben nicht nur sämtliche kosmetischen Probleme dauerhaft bestehen. In der Folge ist es Frauen oft nicht möglich, ohne frauenärztliche Hilfe schwanger zu werden. Zudem sind Fehlgeburten häufiger, und das Risiko, an Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombosen und einer schweren Schilddrüsenstörung zu erkranken, steigt erheblich an. Des Weiteren wird das Abnehmen mit der Zeit immer schwieriger.

Gewichtsreduktion und Rauchstopp
Betroffenen Mädchen und Frauen wird geraten, mit einer Kombination aus weniger Essen und viel mehr Bewegung abzunehmen, denn „das ist die notwendige Essenz der Therapie, um die Insulinresistenz zu durchbrechen“, sagte Prof. Dr. med. Rudolf Seufert, Leiter des Hormon- und Kinderwunschzentrums am Universitätsklinikum Mainz. Zudem steht die hormonelle Therapie zur Verfügung, um regulierend in die Krankheitsprozesse des PCOS einzugreifen.

Eine Kinderwunschbehandlung bei PCOS ist zwar im Prinzip möglich, kann aber viel Zeit und Geduld erfordern. Außerdem treten während der hormonellen Stimulation häufiger Komplikationen auf als bei gesunden Frauen. „Wenn diese Frauen schwanger werden wollen, ist es neben dem Abnehmen und der medizinischen Behandlung sehr wichtig, dass sie auch aufhören zu rauchen“, so Albring. „Denn Rauchen verschlechtert die Chancen, schwanger zu werden, erheblich.“

Der Experte fasste zusammen: „Wenn ein Mädchen oder eine Frau den Verdacht hat, dass sie unter einer solchen hormonellen Veränderung leidet, dann sollte sie deshalb so bald wie möglich zu ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt gehen und mit ihm über alle Fragen und Unsicherheiten sprechen.“ (ad)

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