Frei verfügbare Schmerzmittel können eine Herzschwäche bedingen

Alexander Stindt
Ältere Menschen sollten besonders vorsichtig bei der Einnahme von Schmerzmitteln sein
Schmerzmittel sollen eigentlich bei gesundheitlichen Problemen und starken Schmerzen helfen. Forscher fanden jetzt aber heraus, dass die Einnahme solcher sogenannten nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamente zu einem erhöhten Risiko für eine Herzinsuffizienz führen kann.

Die Wissenschaftler der University of Milano-Bicocca stellten bei einer Untersuchung fest, dass nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) mit einem erhöhten Risiko für eine Herzinsuffizienz verbunden sind. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ).

Die Einnahme von Schmerzmittel kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Besonders ältere Menschen sind durch die Einnahme von sogenannten NSAIDs gefährdet. Die Verwendung dieser Medikamente kann bei Betroffenen zu einer Herzinsuffizienz führen. (Bild: Sherry Young/fotolia.com)
Die Einnahme von Schmerzmittel kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Besonders ältere Menschen sind durch die Einnahme von sogenannten NSAIDs gefährdet. Die Verwendung dieser Medikamente kann bei Betroffenen zu einer Herzinsuffizienz führen. (Bild: Sherry Young/fotolia.com)

Studie untersucht die Daten von etwa zehn Millionen älteren Probanden
Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs), wie beispielsweise Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac, werden allgemein zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen verwendet, erläutern die Mediziner. Die aktuelle Studie analysierte die Daten von zehn Millionen Menschen im durchschnittlichen Alter von 77 Jahren. Diese Probanden nahmen die oben genannten Medikamente ein und stammten aus dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Italien und Deutschland. Die erhobenen Daten wurden dann mit den Daten von Personen verglichen, die keine solchen Medikamente eingenommen hatten, fügen die Autoren hinzu.

Einnahme von NSAIDs erhöht Risiko für Herzversagen um 19 Prozent
Die Experten der University of Milano-Bicocca in Italien fanden heraus, dass sogenannte NSAIDs das Risiko erhöhen, mit Herzversagen in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden – um 19 Prozent. Die meisten der Teilnehmer waren im gehobenen Alter. Die Ergebnisse der neuen Studie scheinen für Patienten unter 65 Jahren nicht sehr relevant zu sein. Trotzdem ist die Studie sehr interessant für ältere Menschen, sagen die Wissenschaftler.

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NSAIDs erhöhen bei Patienten mit Gelenkbeschwerden Risiko für eine Herzinsuffizienz
Die große Beobachtungsstudie verstärkt die Ergebnisse früherer Forschungen. Diese besagten, dass einige NSAIDs bei Patienten mit Gelenkbeschwerden zu einem erhöhtem Risiko für eine Herzinsuffizienz führen. Es ist bereits seit einigen Jahren bekannt, dass solche Arzneimittel mit Vorsicht bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen verwendet werden sollten, erläutern die Mediziner. Dies gilt besonders für regelmäßige Nutzer.

Medikamente sollten nur in geringen Mengen und möglichst kurz eingenommen werden
Herz- und Gelenkprobleme treten besonders häufig bei älteren Patienten auf. Die aktuelle Studie dient als eine Art von Erinnerung für alle Ärzte, um eine Verschreibung von NSAIDs in Zukunft sorgfältiger zu prüfen. Patienten sollten diese Medikamente in nur einer möglichst niedrigen Dosis zu sich nehmen. Außerdem sollten die Schmerzmittel nur für eine möglichst kurze Zeit verwendet werden, raten die Experten. Junge Menschen sollten sich jetzt aber keine Sorgen machen, wenn sie nur für einen kurzen Zeitraum Ibuprofen einnehmen. Problematisch wird das Medikament allerdings auch bei jüngeren Menschen, wenn diese beginnen Ibuprofen regelmäßig zu nehmen.

Suchen sie einen Arzt auf falls Sie regelmäßig Schmerzmittel einnehmen
Wenn Sie nur gelegentlich solche Medikamente einnehmen, um beispielsweise Schmerzen und Sportverletzungen zu behandeln, müssen Sie sich keine Sorgen über die Gefahren von Schmerzmitteln machen, sagen die Mediziner. Wenn Sie aber als junger Mensch regelmäßig solche Schmerzmittel erwerben und verwenden, sollten Sie einen Mediziner zur Untersuchung und Beratung aufsuchen, raten die Autoren. Die Einnahme der Medikamente kann negative Folgen haben, beispielsweise könnte ihre Niere geschädigt werden. (as)