Weniger Unfälle am Freitag den 13.

Sebastian

Studie: Freitag der 13. ist statistisch sicherer als andere Freitage

12.01.2012

„Vorsicht, morgen ist Freitag der Dreizehnte“ hören viele heute bei der Arbeit, zuhause oder bei Freunden. Warum aber hält sich der Aberglaube so hartnäckig und wie ist er entstanden? Für alle Fans der Mystik: Rein statistisch gesehen passieren sogar am Freitag den 13. weniger Unfälle, als an anderen Tagen. Der Aberglaube hilft dabei aufmerksamer im Straßenverkehr zu sein.

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Nicht gefährlicher als an anderen Freitagen
Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) ist ein Freitag, der auf den 13. des Monats fällt gesundheitlich nicht gefährlicher, als andere Tage. Statistiker der Kasse wertete die Unfallstatistik der letzten drei Jahre aus und konnte feststellen, dass an diesen Tagen sogar weniger Unfälle registriert werden, als an anderen Freitagen. „Deutschlandweit passieren am Freitag den 13. durchschnittlich 1430 Unfälle“, erklärte die Sprecherin Nicole Battenfeld. Das sind statistisch gesehen sogar sechs weniger, als an anderen Freitagen.
Weil viele Menschen tatsächlich noch immer glauben, der Vollmond hätte einen Einfluss auf ihr Schlafverhalten oder am Freitag den 13. passieren übermäßig viele schlechte Dinge, sind manche besonders aufmerksam an solchen Tagen. Daher, so die Sprecherin, könnte erklärt werden, warum die Unfallstatistik an solchen Freitagen geringer ist. „Viele sind besonders vorsichtig“.

Viele Menschen sind besonders vorsichtig
Wer dem Aberglauben verfallen ist oder sich mindestens nicht ganz sicher ist, ob der Glaube nicht doch stimmt, traut sich vermutlich nicht aus dem Haus, fährt lieber mit der Bahn anstatt mit dem Auto oder ist ganz einfach sehr umsichtig. Viele assoziieren mit dem Aberglauben einen Tag voller Pannen, Pechsträhnen und Pleiten. "Vermutlich ist bei vielen Menschen am Freitag, den 13., die Aufmerksamkeit derartig erhöht, dass sich jegliche Abweichung vom Normalen ins Gedächtnis brennt", sagte Battenfeld. So kann erklärt werden, warum so wenig Unfälle gezählt werden.

Aberglaube stammt aus dem Christentum
Forscher sind sich noch nicht ganz einig, woher der Irrglaube stammt. Obwohl die 13 auch eine Glückszahl sein kann, weil auch im Lotto die Zahl genauso häufig ausgespielt wird wie andere, fürchten viele Menschen die vermeintlich gefährliche Kombination mit dem letzten Arbeitstag in der Woche. Experten gehen davon aus, das der Ursprung im Christentum begründet liegt. Schon in der Bibel ist der Freitag als Wochentag negativ beschrieben. In dem alten Testament haben Adam und Eva am Freitag den verbotenen Apfel gegessen und so der Sünde das Tor zur Welt eröffnet. Die Kreuzigung Jesu fand ebenfalls an einem Freitag (Karfreitag) statt. Neben dem Freitag wird auch immer wieder die Zahl 13 genannt. Als die Jünger Jesu beim letzten Abendmahl zusammen saßen, waren 13 an einem Tisch anwesend. Der 13 Jünger war der Verräter Judas. Trotzdem ist der Aberglaube erst in den 50er Jahren entstanden, wie Historiker annehmen.

Unternehmen haben sich aber Aberglaube eingestellt
Jedes Jahr kommt mindestens ein und höchstens dreimal einen Freitag, den 13. In diesem Jahr fällt der Dreizehnte eines Monats insgesamt dreimal auf einen Freitag: Im Januar, April und Juli. Das passiert immer dann, wenn ein Schaltjahr mit einem Sonntag beginnt oder ein reguläres Jahr mit einem Donnerstag anfängt. Dann kommt der Freitag der 13. im Februar, März und November. Das geschah das letzte Mal im Jahre 2009. Somit kommt das nächste Unglücksjahr für Abergläubige erst wieder 2015. Weil viele Unternehmen ihre Kunden nicht vergraulen wollen, haben sie sich bereits auf den Aberglauben eingestellt. So verzichten viele Pensionen und Hotels auf die Zimmernummer 13. Manche Hotelketten mit Hochbauten sparen sich sogar den ganzen 13. Stock aus. Die meisten Fluggesellschaften kennen zudem keine 13. Reihe im Flugzeug. (sb)

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Bild: Birgit H. / pixelio.de