Zecken erzeugen frühe Borreliose-Fälle

Alfred Domke

Frühe Zecken sorgen für erste Borreliose-Fälle

20.04.2014

Zecken sind in diesem Jahr wegen den milden Temperaturen besonders früh aktiv. Durch einen Zeckenbiss werden verschiedene Krankheiten übertragen. In Sachsen-Anhalt wurden in diesem Jahr bereits 41 Fälle von Borreliose registriert.

Zecken wegen mildem Winter früh aktiv
Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts sind Zecken in diesem Jahr wegen des milden Winters besonders früh aktiv. Durch die kleinen Blutsauger werden verschiedene Krankheiten übertragen. Auch in Sachsen-Anhalt hat die Zecken-Saison ungewöhnlich früh begonnen. Wie das dortige Landesamt für Verbraucherschutz mitteilte, wurden seit Januar bereits 41 Fälle von Borreliose registriert. Im vergangenen Jahr seien es von Januar bis Mai insgesamt 36 Fälle gewesen. 2013 habe es insgesamt 342 gemeldete Fälle von Borreliose gegeben, im Jahr 2012 waren es 253.

Körper nach Aufenthalten im Freien auf Zecken absuchen
Vom Landesamt für Verbraucherschutz wird dazu geraten, nach jedem Gang durch Wiesen und Wälder den eigenen Körper gründlich abzusuchen. „Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, aber Medikamente zur Behandlung“, so Constanze Gottschalk vom Dezernat Gesundheit- und Hygienemanagement laut dem MDR. Man kann sich auch durch körperbedeckende Kleidung wie langärmelige Hemden oder langen Hosen vor Zeckenbissen schützen. Unbehandelt kann Borreliose zu Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen. In der Regel ist Borreliose, die zu den bakteriellen Infektionskrankheiten gehört, gut mit Antibiotika behandelbar.

Grippeähnliche Symptome bei FSME-Erkrankungen
Neben Borreliose wird von Zecken auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Diese Virusinfektion bleibt häufig länger unbemerkt, da Symptome oft erst spät auftreten. Wenn es in den Stunden und Tagen nach einem Zeckenbiss zu grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber oder Übelkeit und Erbrechen kommt, sollte ein Arzt konsultiert werden. Eine Infektion verläuft zwar in den meisten Fällen milde, kann aber in seltenen Fällen auch einen schweren Krankheitsverlauf, etwa mit einer Hirnhautentzündung, nehmen.

Impfempfehlung für Risikogebiete
Das Land Sachsen-Anhalt gilt allerdings nicht als Risikogebiet für FSME. Jedoch hatte das Robert-Koch-Institut das Vogtland in Sachsen in der vergangenen Woche zum neuen Risikogebiet erklärt. Und auch Gegenden in Thüringen zählen dazu. Vor allem aber Süddeutschland ist davon betroffen. Constanze Gottschalk erklärte: „Geht die Reise in eine Gegend, die als Risikogebiet eingestuft ist, ist es ratsam, sich gegen FSME impfen zu lassen.“ Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät allen Menschen, die in FSME-Risikoregionen leben oder dort Urlaub machen, sich impfen lassen. (ad)

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