Frühlingszeit ist Zeckenzeit: Wie man sich schützt

Astrid Goldmayer

Wie man sich vor Zecken schützen kann

15.05.2013

Wenn sich die Sonne nach dem Winter wieder häufiger zeigt, werden auch die Zecken aktiv. Zwar ist ein Zeckenbiss zunächst nicht gefährlich, jedoch können die kleinen Blutsauger unangenehme Erreger übertragen, die teilweise folgenschwere Erkrankungen wie Borreliose oder Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) verursachen können. Wer sich häufig im Freien aufhält, kann das Risiko eines Zeckenbisses jedoch durch einfache Maßnahmen deutlich reduzieren.

Zecken können Borreliose und FSME übertragen
Selbst ein langer, harter Winter mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad kann Zecken nichts anhaben. Bereits bei plus fünf bis sechs Grad werden die kleinen Blutsauger wieder aktiv und suchen sich für ihre Mahlzeit regelmäßig neue Wirte. Neben Haustieren wie Hunden werden häufig auch Menschen von Zecken gebissen. Das ist meist ungefährlich, jedoch können die Spinnentiere mit ihrem Speichel auch gefährliche Erreger absondern. Besonders gefürchtet ist die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), die neben grippeähnlichen Symptome auch mit lebensbedrohlichen Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute einhergehen kann. Vor allem Menschen, die sich zwischen April und November viel im Freien in den Risikogebieten aufhalten wie Waldarbeiter oder Forstwirte, rät die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts zur FSME-Impfung.

Neben FSME können Zecken auch die Infektionskrankheit Borreliose übertragen. Dabei können sämtliche Organe, das Nervensystem sowie die Gelenke von den Borrelien befallen werden. Eine Impfung gegen Borreliose existiert nicht. Doch mit einfachen Maßnahmen kann Zeckenbissen meist gut vorgebeugt werden.

Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Zeckenbisse
Zecken lauern meist auf niedrig wachsenden Planzen, Sträuchern und Gräsern sowie im Unterholz. Wittern sie einen potentiellen Wirt, lassen sie sich auf diesen fallen, beißen zu und beginnen Blut zu saugen“, erklärte Dr. Bernhard Steiner.

Um sich vor den kleinen Spinnentieren zu schützen, „reicht meist körperbedeckende Kleidung mit engen Bündchen an den Hosenbeinen, Socken und Ärmeln aus“. Zudem können die Socken über die Hose gezogen werden, um den Zecken den Zugang zur Haut zu verwehren. Nach dem Ausflug ins Freie sollte der gesamte Körper nach Zecken abgesucht werden. Wird dabei eine Zecke entdeckt, muss sie möglichst schnell entfernt werden, denn FSME-Viren können sich bereits nach wenigen Minuten im menschlichen Körper ausbreiten, Borrelien benötigen etwa zwölf bis 24 Stunden, um Borreliose zu verursachen. Bei der Entfernung der Zecke sollte darauf geachtet werden, das ganze Tier zu entfernen. Bleibt der Kopf in der Haut stecken, kann dies zu schmerzhaften Entzündungen führen. Am geeignetsten ist eine sogenannte Zeckenzange, die beispielsweise in der Apotheke erhältlich ist, oder eine herkömmliche Pinzette. Auf vermeintliche Hausmittel wie Klebstoff, Nagellackentferner oder Öl zum Ersticken der Zecke sollte aber verzichtet werden, da sich dadurch das Infektionsrisiko erhöht. Denn die Tiere entleeren dabei ihren Mageninhalt in die Bissstelle und geben vermehrt Bakterien und Viren ab.

Bei Hautrötung oder grippeähnlichen Symptomen nach Zeckenbiss zum Arzt gehen
Treten Hautrötungen oder Schwellungen um die Bissstelle herum auf, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Im Normalfall erfolgt dann eine mehrwöchige Therapie mit Antibiotika, wobei sich die Dauer der Behandlung nach dem Krankheitsstadium der Borreliose richtet. Auch beim Auftreten grippeähnlicher Symptome wie Fieber und Schüttelfrost sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Eine ursächliche, antivirale Therapie gegen FSME gibt es bislang nicht. Die Behandlung konzentriert sich lediglich auf die Linderung einzelner Symptome. Bei schweren Verläufen ist eine intensivmedizinische Therapie notwendig. (ag)

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