Führungspersonen schlafen zu wenig

Fabian Peters

Umfrage zu den Schlafgewohnheiten deutscher Führungskräfte

19.07.2011

Deutlich reduzierte Schlafzeiten scheinen in den deutschen Führungsetagen zur Grundvoraussetzung für den beruflichen Erfolg zu zählen. Eine aktuelle Umfrage fand heraus, dass die Chefs durchschnittlich nur etwas länger als sechs Stunden pro Nacht schlafen, viele sogar deutlich unter fünf.

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Die Führungskräfte unseres Landes schlafen wesentlich weniger als der Durchschnitt der Bevölkerung, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. Im Auftrag des Wirtschaftsmagazins „Capital“ hatte das Institut 519 Führungspersonen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung nach ihren Schlafgewohnheiten befragt.

Spitzenpolitiker schlafen am wenigsten
Die Umfrage des Instituts für Demoskopie kommt zu dem Ergebnis, dass die deutschen Führungskräfte durchschnittlich lediglich sechs Stunden und zehn Minuten Schlaf pro Nacht bekommen. Spitzenpolitiker schlafen der aktuellen Befragung zufolge jede Nacht besonders wenig. Knapp ein Drittel (31 Prozent) von ihnen haben nur fünf oder noch weniger Stunden Schlaf pro Nacht, berichtet das Institut für Demoskopie. In der Wirtschaft kommen 18 Prozent der Führungskräfte ebenfalls lediglich auf maximal 5 Stunden Schlaf. Nach Einschätzung der befragten Führungskräfte sind derartig reduzierte Schlafzeiten jedoch offenbar nichts ungewöhnliches, sondern eine Grundvoraussetzung, um überhaupt in eine Führungsposition zu gelangen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten gab an, dass Normalschläfer keine Chance auf eine entsprechende Führungsposition hätten. Allerdings schlafen die Führungskräfte auch 40 Minuten weniger pro Nacht, als sie nach eigenen Angaben benötigen würden, um ausgeschlafen in den nächsten Tag zu starten, berichtet das Institut für Demoskopie Allensbach.

Gesundheitsrisiken durch Schlafmangel
Dabei ist Schlafmangel nicht nur für die beruflichen Verhandlungen schlecht, wie jeder zweite Befragte (57 Prozent) dies im Rahmen der aktuellen Studie von eigenen Erfahrungen zu berichten wusste, sondern es drohen außerdem erhebliche gesundheitliche Beschwerden. Zum Beispiel stellten Francesco Cappuccio und Kollegen von der englischen Universität Warwick Anfang des Jahres im „European Heart Journal“ eine Studie vor, der zufolge weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht ein erhöhtes Risiko von Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringen. Darüber hinaus bestehe ein um 15 Prozent erhöhtes Schlaganfall-Risiko, berichteten die Experten der Universität Warwick in dem entsprechenden Artikel. Den Ergebnissen der aktuellen Befragung des Instituts für Demoskopie nach scheinen sich die meisten Führungskräfte jedoch nicht bewusst, welche gesundheitlichen Risiken sie mit ihren deutlich reduzierten Schlafzeiten in Kauf nehmen. (fp)