Gähnen auch bei Schimpansen ansteckend

Sebastian

Schimpansen gähnen mit Menschen

12.03.2014

Gähnen ist ansteckend, sowohl für Menschen als auch für verschiedene Tiere wie bestimmte Affen oder Hunde. Eine Studie zeigt nun, dass sich Schimpansen sogar von Menschen dazu animieren lassen und damit eine besondere Empathie zeigen.

Schimpansen lassen sich vom Gähnen unbekannter Menschen anstecken
Gähnen ist ansteckend und zwar nicht nur für Menschen. Forscher von der Emory University im US-Staat Georgia haben nun herausgefunden, dass sich Schimpansen vom Gähnen selbst unbekannter Menschen anstecken lassen. Allerdings können fremde Schimpansen oder Blutbrustpaviane diese Affen nicht zum Mitgähnen ermuntern, wie die Wissenschaftler im Fachblatt „Proceedings of the Royal Society B“ berichten. Die Forscher vermuten, dass positive Erfahrungen mit einer fremden Art die Voraussetzung für solch ein empathisches Empfinden ist.

Gähnen nur in eigener sozialer Gruppe ansteckend
Für Wissenschaftler ist ansteckendes Gähnen ein Mittel, um das Ausmaß der Empathie zu testen. Bereits vor einigen Jahren hatten der Verhaltensforscher Frans de Waal und sein Kollege Matthew Campbell gezeigt, dass sich Schimpansen vom Gähnen anderer Schimpansen anstecken lassen. Das allerdings nur, wenn diese zu ihrer sozialen Gruppe gehören. Wie die Forscher schreiben, begegneten sich fremde Schimpansen in freier Natur feindselig und diese Feindseligkeit stehe dem empathischen Empfinden entgegen. Vermutlich würden die Blutbrustpaviane nicht feindlich betrachtet, sondern seien sozial für Schimpansen schlicht bedeutungslos.

Emotionale Verbundenheit hat Auswirkung auf das Gähnen
Die emotionale Nähe hat auch bei Menschen Auswirkungen auf das Mitgähnen. Forscher der Universität Pisa haben vor Jahren in einer Studie herausgefunden, dass das Gähnen umso ansteckender ist, je höher die emotionale Verbundenheit mit dem Gegenüber ist. Am stärksten sei dies unter Familienmitgliedern ausgeprägt, dicht gefolgt von Freunden und zuletzt bei Fremden. Jedoch lassen sich Menschen mit Störungen wie Autismus und kleine Kinder nicht vom Gähnen anstecken, da ihnen die Fähigkeit zur Empathie fehlt. Unter Empathie versteht man die Fähigkeit, Emotionen, Gedanken, Absichten und Persönlichkeitsmerkmale anderer Menschen zu erkennen und darauf zu reagieren.

Gähnen gegen trockene Augen
Manche Menschen gähnen aber nicht,weil sie jemand ansteckt, sondern ganz bewusst. So gehört das Gähnen zu einer von mehreren empfohlenen Übungen zum Entspannen, wenn man müde und trockene Augen hat. Denn damit kann sehr einfach und wirksam eine Befeuchtung und Reinigung der Augen eingeleitet werden. Die Augen werden feucht und das Brennen verschwindet wieder. Außerdem entspannt das Gähnen die Gesichtsmuskulatur und die Sauerstoffzufuhr wird gesteigert. (sb)

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Bild: Kathi Strahl / pixelio.de