GBK Köln benötigt 18 Millionen zur Entschuldung

Sebastian

Die in finanzielle Not geratene gesetzliche Krankenkasse GBK in Köln benötigt 18 Millionen Euro, um fusionieren zu können. Die Krankenkasse "mhplus" signalisiert ein Interesse zum Zusammenschluss. Eine entgültige Entscheidung soll bis zum Freitag gefällt werden.

25.11.2010

Wie bereits berichtet, sind die beiden Betriebskrankenkassen GBK mit Sitz in Köln sowie die City BKK in eine finanzielle Schieflage geraten. Beide Kassen sind akut von einer Insolvenz bedroht. Die Spitzen der Betriebskrankenkassen BKK hatten am vergangenen Freitag beschlossen, beiden angeschlagenen Krankenkassen unter die Arme zu greifen. Für die angeschlagene GBK soll ein Fusionspartner gefunden werden. Die City BKK durchläuft ein Entschuldungsprogramm.

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Die GBK hat gerade einmal 30.000 Mitglieder. In so einer Größenordnung wird es zunehmend schwerer, sich auf dem Kassenmarkt zu behaupten sowie auf wirtschaftliche Engpässe zu reagieren. Obwohl die GBK einer der ersten Krankenkassen war, die einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten verlangte, geriet sich durch zwei schwer erkrankte Mitglieder in arge Bedrängnis. Insgesamt 18 Millionen Euro Schulden haben sich in der letzten Zeit angehäuft. Ein Summe, die von der GBK nur schwer selbst abgetragen werden kann. Aus diesem Grund soll für die Kasse ein passender Fusionspartner gefunden werden. Denn eine Schließung hätten vermutlich weitere Millionenbeträge verursacht.

Als möglicher Partner für einen Zusammenschluss gilt derzeit Mhplus. Nach eigenen Angaben ist die mhplus Krankenkasse dazu bereit, kurzfristig eine Sanierungsfusion mit der Gemeinsamen Betriebskrankenkasse der Stadt Köln zu prüfen. „Um die finanziellen Folgen einer Fusion und damit der Sanierung der GBK abzumildern, sind jedoch finanzielle Ausgleichszahlungen durch die Betriebskrankenkassen (BKK) in Deutschland erforderlich“, wie die Kasse heute erklärte.

Bis zum Ende dieser Woche wollen die Spitzenvertreter der BKK nun darüber abstimmen, ob dem geplanten Zusammenschluss zugestimmt wird und ob eine vorige Befreiung von der Millionenlast statt findet. Die mhplus ist nach eigenen Angaben bereit eine Sanierungsfusion mit der GBK zu prüfen, wenn die Betriebskrankenkassen in Deutschland gemeinsam für die Sanierungs- und Fusionsfolgen aufkommen. Die finanzielle Hilfe der BKK-Verbundes wird für einen Zusammenschluss voraus gesetzt.

Eine Schließung der GBK könnte dem BKK-Verbund wesentlich höhere Kosten verursachen. Aktuell werden die Kosten einer Schließung auf rund 22,3 Mio. Euro geschätzt. Ob die Betriebskrankenkassen einer Sanierungsfusion mit der mhplus zustimmen, ist noch offen. Nach Angaben der mhplus zeichnet sich unter den BKK in Deutschland keine gemeinsame Haltung hierzu ab.

Für die GBK wurde durch das Bundesversicherungsamt (BVA) bereits ein Anhörungsverfahren eingeleitet, an dessen Ende die Schließung stehen könnte, sollte sich für die Kasse kein Fusionspartner finden. Die Kosten für einen Zusammenschluss beziffern Gesundheitsökonomen auf rund 18 Millionen Euro.

Die mhplus scheint wirtschaftlich, trotz regionaler Verankerung, wesentlich besser aufgestellt zu sein. Ein Zusatzbeitrag wird bei der mhplus im Gegensatz zu GBK ab 2011 nicht erhoben. Bei der GBK wird ein maximaler zusätzlicher Beitrag von 37,50 Euro / ein Prozent vom Bruttolohn erhoben. Bei der mhplus sind 540.000 Menschen krankenversichert. Würden beide Kassen fusionieren, wären insgesamt 570.000 Menschen in der fusionierten Krankenkasse versichert. (sb)