Gefährliche Bakterien in Edeka Leberknödel

Sebastian

In Leberknödeln im Vertrieb der Edeka-Supermarkt-Kette wurde gesundheitsgefährdende Keime bei Testungen entdeckt. Die Kette hat sofort reagiert und alle Pfälzer Knödel aus dem Handel genommen. Der Rückruf begann bereits am Donnerstagabend.

02.03.2013

Die Produktion der Pfälzer Leberknödeln wurde nach Bekanntgabe des Bakterien-Fundes durch die Gesundheitsbehörden vorerst gestoppt. Um die Ursache der bakteriellen Kontaminierung zu ergründen, wurde die Produktionsstätte des Lebensmittelherstellers Wurst-Fleisch-Convenience GmbH überprüft“, wie ein Sprecher der Stadt Heidelberg mitteilte. „Hierzu wurden insgesamt 15 Proben genommen, die nun Labortechnisch untersucht werden“. Bis Dienstag sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Schon am Donnerstag hatte die Supermarktkette „Edeka“ die Knödel aus den Märkten gerufen. Am Abend wurde damit begonnen, die Waren aus den Regalen zu räumen, wie der Handelskonzern erklärte. Nach Informationen des Gesundheitsamtes Heidelberg wurden in einzelnen Stichproben Bakterienen des Stammes Listerien gefunden. Die Kontaminierung überstieg den Grenzwert, der bei 100 Listerien pro Gramm festgelegt ist. Stattdessen waren 110 je Gramm Listerien (Listeria monocytogenes) enthalten. Die Behörde betonte jedoch, dass aus hygienischer Sicht das Heidelberger Lebensmittelunternehmen nichts zu beanstanden ist. Erst vor einer Woche seien die Hygienestandards überprüft worden. Bei dieser Kontrolle wurde keine bakteriellen Verunreinigungen festgestellt.

Listerien können Grippeähnliche Beschwerden auslösen
Listerien-Bakterien können bei Infizierten eine Infektionskrankheit mit der Bezeichnung Listeriose auslösen. Vor allem immungeschwächte Personen wie Kleinkinder, chronisch Kranke, Schwangere oder Neugeborene gehören zu dem potentiell gefährdeten Konsumentenkreis. In bestimmten Konstellationen kann eine Infektion sogar lebensbedrohlich sein. Der Verlauf der Erkrankung ähnelt symptomatisch einer Grippe. Zunächst leiden Patienten an Durchfall und Bauchschmerzen. Danach kommt es im weiteren Verlauf zu Fieber, Kopfschmerzen, Lähmungen, Gliederschmerzen und Benommenheit.

Das größte Problem stellt die rechtzeitige Diagnose dar. Zwischen eine Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung können Wochen vergangen sein. Aus diesem Grund sollten Betroffene die Beschwerden unbedingt ernst nehmen und zum Arzt gehen. Werden Listerien als Verursacher diagnostiziert, erfolgt eine Antibiotika-Therapie.

Ein Sprecher der Edeka-Märkte erklärte, dass das Qualitätsmanagement nun mit dem Produzenten klären wolle, wie eine Kontaminierung in Zukunft vermieden werden kann. „Durch Kochen, Braten und Pasteurisieren lassen sich die Listerien abtöten, vorausgesetzt, dass für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70°C im Kern des Lebensmittels erreicht wurde. Beim Tiefgefrieren von Lebensmitteln können Listerien hingegen überleben“, war heute auf der Edeka-Webseite als Hinweis zu lesen.

Leberknödel können gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben werden
Laut Edeka-Angaben habe die Fleischproduktionsstätte mehrere hundert Kilo Leberknödel bereits ausgeliefert. Die Leberknödel wurden von der Edeka Südwest Fleisch GmbH vertrieben und in Edeka-Märkten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Südhessen und im Saarland zum Kauf angeboten. Verbraucher, die bereits die Knödel gekauft haben, werden dazu aufgefordert, diese in keinem Falle zu essen. Stattdessen kann das Produkt gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben werden. Ein Kassenbon ist nicht unbedingt erforderlich. (sb)

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