Gefährliche Darmkeime auf der Frühchenstation

Heilpraxisnet

Darmkeime bei verstorbenen Frühchen nachgewiesen – Suche nach dem Bakterienherd bisher ohne Ergebnisse

24.07.2014

Nachdem bei einem verstorbenen Frühchen im Evangelischen Krankenhaus Lippstadt vergangene Woche eine Besiedlung mit Darmkeimen aus der Gattung Echerischia coli festgestellt wurde, läuft die Suche nach möglichen Infektionsquellen auf Hochtouren. Jüngst wurde bei zwei weiteren Frühchen ebenfalls eine Besiedelung mit dem besagten Bakterium nachgewiesen.

Insgesamt 14 Babys in dem Evangelischen Krankenhaus Lippstadt sind von einer Besiedlung mit den Darmkeimen betroffen. Allerdings geht die Klinik nach eigenen Angaben davon aus, dass die Kinder keinem außergewöhnlichen Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Ihr Zustand sei deutlich stabiler, als der des verstorbenen Mädchens und zudem bestehe ein Unterschied zwischen der Besiedlung mit den Darmkeimen und einer Infektion. Doch könne aus der Besiedlung eine Infektion hervorgehen.

Untersuchungen liefern bisher keine Hinweise auf den Bakterienherd
Bis die Suche nach der Erreger-Quelle abgeschlossen ist, werden laut Mitteilung des Klinikums keine weiteren frühgeborenen Kinder auf der Intensivstation aufgenommen – ausgenommen akute Notfälle. 50 Umgebungsproben wurden bereits analysiert, allerdings ohne eindeutige Hinweise auf den Bakterienherd. Daher sollen nun rund 60 weitere Proben im Labor untersucht werden. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich nächste Woche vor, berichtet der „WDR“ unter Berufung auf die Aussage des Kliniksprechers. Auch das Gesundheitsamt des Kreises Soest habe als zuständige Aufsichtsbehörde entsprechende Nachforschungen eingeleitet. Die abschließenden Ergebnissen dieser amtlichen Proben liegen laut Angaben eines Kreissprechers wahrscheinlich in 14 Tagen vor, so die Mitteilung des „WDR“.

Den Angaben des Krankenhauses zufolge ist der nachgewiesene Darmkeim eine Variante des Echerischia coli Bakteriums. In der nachgewiesenen Klassifikation „2 MRGN“ würden die Bakterien nicht mehr auf alle Antibiotika ansprechen, so dass nur noch sogenannte Reserveantibiotika gegen eine Infektion zum Einsatz kommen können, berichtet der „WDR“. Vergleichbare Infektionen auf Frühchenstationen seien im Jahr 2013 auch in Münster, in Sankt Augustin bei Bonn und an der Charité in Berlin aufgetreten. Für die Frühchen sind die Keime generell bedrohlich, da ihre Abwehrkräfte diesen wenig entgegenzusetzen haben. (fp)

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