Gefährliche Gifte: Erneut schädliches Fipronil in Eiern nachgewiesen

Alfred Domke

Insektengift Fipronil in Eiern: Höchstwerte erneut überschritten

Vor rund einem Jahr war bekannt geworden, dass Tausende Eier, die im deutschen Handel landeten, mit Insektiziden verseucht waren. Nun ist das Insektengift Fipronil erneut in Importen aus den Niederlanden nachgewiesen worden. Nach Behördenangaben bestehe aber keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher.


Mit Fipronil belastete Eier

Im Sommer vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass Hunderttausende mit Fipronil belastete Eier aus niederländischer Produktion in Nordrhein-Westfalen in den Handel gelangt sind. Kurz darauf stellte sich heraus, dass die verseuchten Lebensmittel auch in weiteren Bundesländern gelandet waren. Der Discounter Aldi hatte daraufhin alle Eier aus den Supermärkten genommen. Auch andere Händler hatten reagiert: insgesamt waren mehrere Millionen Eier zurückgerufen worden. Nun wurde das Insektengift erneut in Importen aus den Niederlanden nachgewiesen.

Rund ein Jahr nach dem Fipronil-Skandal ist das Insektengift erneut in importierten Eiern aus den Niederlanden nachgewiesen worden. Nach Behördenangaben bestehe aber keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher. (Bild: aga7ta/fotolia.com)

Eier aus einem Bio-Legehennenbetrieb

Wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, sei der zulässige Fipronil-Grenzwert bei Eiern aus einem Bio-Legehennenbetrieb aus den Niederlanden überschritten worden. Die Agentur beruft sich auf eine Mitteilung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums.

Demnach seien bei den Tests in Vechta Fipronil-Konzentrationen bis zu 0,019 Milligramm pro Kilogramm festgestellt worden.

Wie es heißt, liege der zulässige Höchstwert bei 0,005 Milligramm. Laut dem Ministerium in Hannover bestehe kein gesundheitliches Risiko.

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge „kann eine Fipronilkonzentration von 0,72 mg/kg (Summe aus Fipronil und dem Sulfonmetabolit MB46136, berechnet als Fipronil) in Hühnereiern als maximale Konzentration angesehen werden, bei der für keine der untersuchten Verbrauchergruppen ein akutes gesundheitliches Risiko besteht“.

Dieselben Betriebe involviert

Laut der Agenturmeldung sind offenbar dieselben Betriebe, die 2017 in den Fipronil-Skandal verwickelt waren, auch diesmal wieder involviert.

In der Mitteilung aus Hannover heißt es demnach: „Die Befunde passen zu aktuellen niederländischen Presseberichten, in denen von erhöhten Fipronil-Rückständen in Eiern seinerzeit gesperrter Betriebe berichtet wird.”

Wie es heißt, ordneten die niedersächsischen Behörden an, die Eier aus dem Biobetrieb vom Markt zu nehmen. Auch die niederländischen Kollegen seien informiert worden. Mit weiteren Ergebnissen der derzeit laufen Ermittlungen sei nicht vor Anfang nächster Woche zu rechnen.

Bei Fipronil handelt es sich um ein Breitspektrum-Insektizid, das unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt wird. Die Anwendung bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist nicht erlaubt. (ad)