Gefährliche Kräutermischungen beschlagnahmt

Fabian Peters

München: Landeskriminalamt beschlagnahmt 670 Kräuter-Wundertüten

24.01.2011

Immer häufiger mussten Jugendliche im vergangenen Jahr aufgrund des Konsums fragwürdiger Kräutermischungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. In München hat das Landeskriminalamt nun reagiert und 670 "Kräuter-Wundertüten" beschlagnahmt.

Mehr zum Thema:

Die als Marihuana-Ersatz dienenden Kräutermischungen mit ausgefallenen Namen wie „Lava Red“ oder „Monkey go bananas“ hatten sich in den letzten Jahren rasant verbreitet. Sie vielen nicht unter das Betäubungsmittel-Gesetz (BtMG), konnten von den meisten Drogenmessgeräten nicht nachgewiesen werden und erzeugten dennoch eine eindeutig berauschende Wirkung. Diese geht trotz der Bezeichnung als Kräutermischung jedoch nicht von den enthaltenen natürlichen Kräutern aus, sondern von synthetischen Wirkstoffen (meist synthetischen Cannabinoiden), die den als Raumduft verkauften Produkt beigemengt werden. Das bayrische Landeskriminalamt warnt vor diesen „irrsinnig gefährlichen“ Kräuter- „Wundertüten“, wie Armin Aumüller vom Rauschgiftdezernat betonte. Die Fahnder haben daher bei einer Razzia in vier Münchener Läden 670 Päckchen mit den gesundheitsgefährdenden Kräutermischungen beschlagnahmt. Nach Angaben der Polizei konnte den Ladenbesitzern der Handel mit Drogen nachgewiesen werden.

Kräutermischungen können Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit verursachen
Das gegen die auch als „Legal High`s“ bezeichneten, angeblichen Kräutermischungen vorgegangen wird, ist nicht zuletzt auf die massiven gesundheitlichen Risiken zurückzuführen, die mit dem Konsum einhergehen. So warnte das Giftinformationszentrum bereits letztes Jahr davor, dass zum Beispiel „Lava red“ zu Atemnot, Krämpfen, Sehstörungen, Übelkeit, Schweißausbrüchen, gefährlichen Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit führen könne. Neben dem Herz-Kreislauf-System können auch die Nerven erheblich geschädigt werden, so die Einschätzung der Experten. Selbst langjährige Cannabiskonsumenten zeigten sich in entsprechenden Onlineforen über die Wirkung der sogenannten Kräutermischungen äußerst erstaunt, denn diese entspreche weniger der Wirkung von Cannabis sondern erinnere eher an harte chemische Drogen, so der Kommentar mehrerer User.

Kräuter-Drogen enthalten synthetische Wirkstoffe
Neben einer wahllosen Mixtur aus Kräutern befinden sich in den aus Asien stammenden „Wundertüten“, fast immer synthetische Wirkstoffe, wobei die meisten mit synthetischen Cannabinoiden versetzt wurden. Eigentlich sind die Kräutermischungen als Duft- und Räucherwerk gekennzeichnet, doch werden sie von den Händlern hierzulande meist nicht als solches vertrieben. In den sogenannten Headshops, wo jegliches Zubehör rund um den Cannabiskonsum erhältlich ist, gingen bislang oft auch die legalen Kräutermischungen über den Ladentisch. Bei einem Einkaufspreis von nur rund vier Euro pro Tütchen, machten die Händler so bisher einen beachtlichen Gewinn. Doch in Zukunft ist es damit nach dem Willen des bayrischen Landeskriminalamtes vorbei. Mit der jetzigen Razzia wurde dabei ein erster Schritt zur erfolgreichen Bekämpfung des Kräutermischungsverkaufs getan, so die Einschätzung der Beamten. (fp)