Gefährliche Schadstoffe im Holzspielzeug

Fabian Peters

Stiftung Warentest weist gesundheitsgefährdende Substanzen in Holzspielzeugen für Kinder nach

22.11.2013

Holzspielzeuge genießen bei vielen Eltern als vermeintlich naturbelassen einen guten Ruf. Doch wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach verschiedenste Schadstoffe in den Holzspielsachen festgestellt. In einer aktuelle Untersuchung enthielten nun „mehr als die Hälfte gefährliche Substanzen – in Lack, Sperrholz oder Schnüren“, so die Mitteilung der Stiftung Warentest.

Die Tester hatten 30 Holzspielzeuge für Kinder im Alter bis drei Jahre auf enthaltene Schadstoffe und mögliche Risiken durch verschluckbare Kleinteile untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Lediglich acht Produkte wurden als „gut“ und sechs als „befriedigend“ bewertet. Sieben Holzspielzeuge erhielten eine „mangelhafte“ Beurteilung. Mehrere Spielzeuge hätten laut Angaben der Stiftung Warentest eigentlich nicht verkauft werden dürfen.

Kinder nehmen gefährliche Substanzen auf
Mögliche Risiken für Kinder beim Spielen mit den Holzspielzeugen gehen zum einen unmittelbar auf lösliche Kleinteile zurück, die verschluckt werden könnten. Anderseits bergen die enthaltenen Schadstoffe ein langfristiges Gesundheitsrisiko, da Kinder die gefährlichen Substanzen einatmen und sie über Mund und Haut aufnehmen, „während sie am Spielzeug lutschen, knabbern oder es einfach nur anfassen“, berichtet die Stiftung Warentest. Verschluckbare Kleinteile, an denen Kinder schlimmstenfalls ersticken könnten, haben sich von zwei getesteten Holzspielzeugen gelöst. „Das Motorikspiel Teich und der Wagenschmuck Clown am Ring der Firma Hess aus Sachsen setzen Kinder dieser direkten Gefahr aus“, so die Mitteilung der Stiftung Warentest. Beide Produkte hätten den Testern zufolge in dieser Form nicht verkauft werden dürfen. Schadstoffe, die langfristige zu Schädigungen des Erbgutes, der Fortpflanzungsfähigkeit und zu Krebs führen können, wiesen die Tester „in Lacken, Nieten, Schnüren oder im Sperrholz“ der Spielsachen nach, wobei unter anderem polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Nickel, nitrosierbare Stoffe, Organozinnverbindungen und Formaldehyd gefunden wurden.

Eltern sollten beim Holzspielzeug auf Prüfsiegel achten
Insbesondere die Lacke der getesteten Holzspielzeuge waren laut Angaben der Stiftung Warentest vielfach mit Schadstoffen belastet. So habe sich beispielsweise „im grünen Lack des Holzfroschs von New Classic Toys krebserzeugendes Chrysen, ein PAK“, gefunden. Die rote Schnur des Froschs enthielt zudem krebserzeugendes Benzidin, das in der EU eigentlich verboten ist. „Der Frosch ist nicht verkehrsfähig“, so das Urteil der Tester. Auch drei von vier Holzzügen im Test waren „wegen kritischer Funde mangelhaft.“ Bei einigen Puzzles hätten die Sperrholzplatten zudem höhere Mengen Formaldehyd abgegeben. Der Test habe jedoch auch gezeigt, dass es möglich ist, „Spielzeug zu produzieren, dass die Gesundheit der Kinder nicht gefährdet“, so die Mitteilung der Stiftung Warentest. Hier seien vor allem die Hersteller gefordert. Den Eltern raten die Tester, vorzugsweise auf Spielzeug mit Prüfsiegel zurückzugreifen. Zum Beispiel werde von unabhängige Instituten das „GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit“ vergeben, das höhere Anforderungen an die Produkte stelle und mehr Schutz als ein „CE-Zeichen“ biete. Von den 30 geprüften Spielzeugen wiesen laut Angaben der Stiftung Warentest jedoch lediglich fünf ein GS-Zeichen auf, wobei drei davon „gut“, je eins „befriedigend“ und eins „ausreichend“ abschnitten. (fp)

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Bild: delater / pixelio.de