Gefährliches Virus: Erster Zika-Fall in Berlin gemeldet

Auch in Berlin wurde nun der erste Zika-Fall bestätigt. (Bild: jarun011/fotolia.com)
Nina Reese
Das gefährliche Zika-Virus breitet sich bereits seit Monaten in mehreren Ländern Mittel- und Südamerikas immer weiter aus. Vereinzelt wurde der Erreger aurch durch Reisende in andere Regionen der Welt gebracht, auch in Deutschland sind bereits einige Fälle bekannt geworden. Nun wurde das Virus erstmals auch bei einem Mann aus Berlin nachgewiesen. Der 31-jährige hatte sich offenbar während eines Aufenthalts in Haiti infiziert.

Bestätigte Fälle auch in Düsseldorf und Köln
Erst vor wenigen Tagen wurden weitere Zika-Infektionen in Deutschland bestätigt, betroffen waren dabei unter anderem ein Mann aus Düsseldorf und eine Frau aus Köln. Nun wurde auch in Berlin der erste Fall bestätigt, berichten die „Potsdamer Neueste Nachrichten“ unter Berufung auf das Gesundheitsamt Neukölln. Demnach hatte sich der 31-jährige Mann offenbar während einer mehrwöchigen Aufenthaltes auf der Karibikinsel Haiti angesteckt. Sein Aufenthalt war dabei eigenen Angaben zufolge auf die Stadt Port-au-Prince beschränkt.

Auch in Berlin wurde nun der erste Zika-Fall bestätigt. (Bild: jarun011/fotolia.com)
Auch in Berlin wurde nun der erste Zika-Fall bestätigt. (Bild: jarun011/fotolia.com)

Typischer Hautausschlag nach Mückenstich
Der Mann war von einer infizierten Mücke gestochen worden und entwickelte daraufhin den Zika-typischen knotig-fleckigen Hautausschlag. Das ebenfalls charakteristische Fieber sei hingegen nicht aufgetreten. Wie die Stadt Berlin in ihrem Epidemiologischen Wochenbericht 02/2016 („Epi-Info Berlin“) berichtet, hatte sich der Mann nach seiner Rückkehr in die Hauptstadt im Januar in ärztliche Behandlung in Neukölln begeben. Am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg konnte demnach schließlich eine Zikavirus-Infektion diagnostiziert werden.

Das vorwiegend durch Stechmücken übertragene Zika-Virus grassiert derzeit in den tropischen Regionen Süd- und Mittelamerikas sowie der Karibik, wobei vor allem Brasilien und Kolumbien betroffen sind. Eine Infektion mit dem Virus verläuft in den meisten Fällen milde, Vorerkrankungen können jedoch das Risiko für einen schwereren Verlauf erhöhen. Zudem steht das Virus im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren Fehlbildungen beim ungeborenen Kind zu verursachen. Bei dieser so genannte „Mikrozephalie“ kommen die Kinder mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt.

Bei Fieber nach Rückkehr von Tropenreise unbedingt testen lassen
Dementsprechend sollte sich auf Anraten des Bernhard-Nocht-Instituts jeder, der von einer Tropenreise zurückkehrt und typische Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag und eine nicht-eitrige Bindehautentzündung des Auges hat, mittels eines Labortests untersuchen lassen. Wer aus einem Epidemie-Gebiet zurück kehrt, aber keine Symptome aufweist, sollte sich in bestimmten Fällen ebenfalls testen lassen. Dies gelte für aktuell schwangere Reiserückkehrerinnen und männliche Reiserückkehrer mit schwangerer Sexualpartnerin, so die Information des Instituts.

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